Geschichte Chinas:
Die Anfänge der chinesischen Geschichte sind unbekannt, lediglich in der mythologischen Überlieferung finden sich Nachrichten für die Frühzeit, die bisher kaum durch archäologische Funde noch durch sonstige Quellen bestätigt wurden.
Bei Ausgrabungen in der Nähe Pekings fand man Werkzeuge und Überreste des Homo erectus pekinensis (Pekingmensch, deren Alter auf rund 500 000 Jahre geschätzt wird. Sowohl für die Altsteinzeit wie für die Jungsteinzeit gibt es weitere Funde (200 000 bzw. 25 000 Jahre alt), die den Schluss nahe legen, dass der östliche Teil des heutigen China durchgehend menschliches Siedlungsgebiet gewesen ist.
Der erste historische Abschnitt, der sich genauer umgrenzen lässt, ist die so genannte Yangshao-Kultur (etwa 6. bis 4. Jahrtausend v. Chr.), deren Mittelpunkt im Gebiet des Huang He (Gelber Fluss) lag und deren Hauptkennzeichen bemalte rot-schwarze Keramik ist. Es folgte die Long-shan-Kultur (etwa 3. bis 2. Jahrtausend v. Chr.), für die der Anbau von Reis und der Bau fester menschlicher Siedlungen, die mit Schutzmauern umgeben waren, archäologisch belegt sind. Für sie ist typisch die unbemalte schwarze Keramik.
In diese Jahrtausende, über die nur wenig bekannt ist, projiziert die mythologische Überlieferung verschiedene Urkaiser und Kaiserdynastien, auf welche die Entstehung der chinesischen Kultur zurückgeführt wird. Besondere Bedeutung kommt dabei dem Kaiser gelben Kaiser Huangdi und der Xia-Dynastie zu.
Die 3 mythischen Kaiser:
Fuxi (2953-2838 v. Chr.) Jagen und Fischen, Yijing
Shennong (2838-2698 v. Chr. Landwirtschaft und Kräutermedizin, Bencao
Huangdi (2698-2598 v. Chr.) soziale Kultur, Schrift, Sprache, Kalender, Neijing
dann folgten
Yao (2357-2258) Weiser Herrscher, im Einklang mit den Göttern und Menschen
Shun (2317-2208)
Yu (2286-2197) Bezwinger der Fluten, Erfinder der Kanalisation
auf die sich die späteren Konfuzianer als Kulturheroen immer bezogen haben, um die "guten alten Zeiten" zu beschwören, die wieder zuerlangen höchstes moralisches Ziel war.
Alles soziale Leben entsteht am gelben Fluß Huanghe
Huang He
Huang He, auch Hwangho, Hoangho oder Gelber Fluss genannt, zweitgrößter Fluss Chinas mit einer Gesamtlänge von rund 5 464 Kilometern. Die Quellflüsse des Huang He entspringen in Zentralchina in den Bergen des Kunlun Shan in der Provinz Qinghai. Seinen Namen hat er von Löß und anderen Sinkstoffen, die er in den Provinzen Ganzhou, Shaanxi und Shanxi aufnimmt und die das Wasser gelb färben. Der Huang He hat die größte Schlammführung aller Flüsse der Erde. Zusätzlich werden dem Fluss noch Schwebstoffe durch Nebenflüsse wie dem Fen He oder dem Wei He zugeführt.
Etwa ab der Stadt Zhengzhou durchströmt der Fluss als Dammfluss die Große Ebene. Die Dämme wurden über einen Zeitraum von einigen hundert Jahren gebaut, um den Fluss zu regulieren und Überschwemmungen zu vermeiden. Dabei wurde aber genau das Gegenteil erreicht: Der Fluss konnte die großen Mengen an Schlamm nicht mehr in seinen Überschwemmungsgebieten ablagern, sondern schüttete das Flussbett auf. Dadurch mussten immer höhere Dämme gebaut werden. Die Folge ist, dass der Fluss in vielen Abschnitten seines Unterlaufes bis zu 21 Meter über der umgebenden Ebene liegt und es zu verheerenden Überschwemmungen kommen kann, wenn die Dämme brechen. Die schlimmste Überschwemmung ereignete sich 1931, als zwischen Juli und November rund 88 060 Quadratkilometer Land völlig überschwemmt und weitere 20 720 Quadratkilometer teilweise überflutet waren. Über 80 Millionen Menschen sollen damals ihre Heimat verloren haben. Rund eine Million Menschen starben in den Fluten oder durch die folgenden Hungersnöte und Epidemien.
Neben einer Änderung des Flusslaufes hat der Huang He auch seine Mündung einige Male verlegt. Bis 1852 mündete er in das Gelbe Meer südlich der Halbinsel Shandong. Dann verlagerte sich die Mündung nach Norden, so dass der Fluss heute in den Golf von Bo Hai mündet. Während des Chinesisch-Japanischen Krieges zerstörten chinesische Truppen 1938 die Dämme nahe der Stadt Kaifeng, um so ein Eindringen der Japaner zu verhindern. Der Huang He wurde dabei in sein altes Bett zurückgeleitet. Von 1946 bis 1947 bauten die Chinesen die Dämme neu und lenkten den Fluss damit wieder zum Golf von Bo Hai um. Eine unregelmäßige Wasserführung und der Schlammreichtum erschweren die Schifffahrt bzw. machen sie unmöglich. Um die Wasserführung zu verbessern, plant man, Wasser vom Jangtsekiang, dem längsten Fluss des asiatischen Kontinentes, zuzuführen. Aufforstungen im Ober- und Mittellauf des Flusses sollen die Bodendecke vor zu starker Erosion durch Wind schützen und die Zuführung von Schwebstoffen wie Löß verringern.
Erste Zivilisation am gelben Fluß: fruchtbarer Boden, der sich nicht erschöpft, große Ebene zum Ansiedeln, Hirse und Schweinefleisch; die Chinesen sind deshalb auch alle gelb!
Die ersten Dynastien
Die Xia-Dynastie (2205 - 1766 v. Chr.)
lange als nicht existent verschrieen, haben Funde in Erlitou in der Nähe von Luoyang und Erligang bei Zhengzhou Relikte dieser Dynastie gefunden (1959). Radiocarbon-Daten von diesem Bezirk zeigte eine Kultur an, die von 2100-1800 v. Chr. existierte und so mit der Xia-Dynastie zusammenfällt. Die Xia waren Bauern, die schon Bronze bearbeiten konnten und Töpferwaren herstellten. Ihre Herscher waren Schamanen und Priester, die mit den Naturgeistern und den Geistern der Verstorbenen kommunizierten.
Begründer war der legendäre Yu, 2205 v. Chr.
Erfindungen zu dieser Zeit: Seidenproduktion, Töpferwaren, Landbewässerung, Zähmung von Schweine und Hunden
Die Shang-Dynastie
(16. Jahrhundert - 1050 v. Chr.) auch Yin-DynastieArchäologisch belegt ist die Shang-Dynastie. Ihr Herrschaftsbereich umfasste das Gebiet der heutigen nordchinesischen Provinzen Henan, Hubei und Shandong sowie den nördlichen Teil von Anhui. Den Höhepunkt ihrer Entwicklung erreichte die Shang-Dynastie in ihren letzten drei Jahrhunderten.
Die Shang standen einer lockeren Föderation mehrerer Territorien vor. Eine feste Hauptstadt als Residenz der Herrscher gab es nicht; vermutlich kontrollierten die Herrscher ihr Reich als Reisekönige. Die Gesellschaft war in Klassen gegliedert und kann in vielerlei Hinsicht als feudal bezeichnet werden. Der Herrscher stützte sich auf einen zahlenmäßig starken Kriegeradel. Die gesamte Kultur war städtisch geprägt. Das Handwerk, leistungsfähig und spezialisiert, lieferte Waffen, Rüstungen und Gerätschaften aus Bronze. Die hoch entwickelte Steinschnitzerei sowie Palastanlagen aus Holz belegen das hohe künstlerische und architektonische Niveau. Die vom einflussreichen Priestertum verwendeten Symbole, mehr als 2 000, wurden Ausgangspunkt für die Entwicklung der modernen chinesischen Schriftzeichen.
Trotz der städtischen Kultur blieb die Wirtschaft im Wesentlichen landwirtschaftlich geprägt. Angebaut wurden Hirse, Weizen, Gerste und eventuell auch Reis. Die Viehhaltung umfasste Schweine, Hunde, Schafe, Ochsen, außerdem wurden Seidenraupen wurden gezüchtet. Im religiösen Kultus wurden die Ahnen und Naturgottheiten verehrt, doch gab es mit Shang Di eine oberste Gottheit. Für die hoch entwickelte Grabkultur, die Riten der Opferung von Menschen und Tieren einschloss, finden sich zahlreiche Zeugnisse. Menschenopfer!
Begründer: Da Tang
Erfindungen zu dieser Zeit: Schrift (aus Orakelknochen), Kalender (Stämme und Zweige),
Die Zhou-Dynastie (1050-249 v. Chr.)
westliche Zhou: 1050 – 771 v. Chr.
östliche Zhou: 771 – 249 v. Chr.
Begründer: geistig-ideologisch war es König Wen, politisch-pragmatisch sein Sohn König Wu.
Um 1050 v. Chr. wurde die Shang-Dynastie von den Zhou abgelöst, einem Zusammenschluss von Sippen aus dem Bereich des Flusses Wei He, einem Nebenarm des Huang He. Mit vierspännigen Streitwagen verfügten sie über eine Kampfkraft, denen ihre Gegner nichts Ebenbürtiges entgegenzusetzen hatten. Die ersten großen Eroberungen von Shang-Territorien erfolgten noch unter Führung des Königs Wen. Eine endgültige Niederlage erlitten die Shang schließlich in der Ebene von Mu gegen König Wu, den Sohn des Wen. Gerechtfertigt wurde die Erhebung gegen die überlieferte Herrschaft der Shang mit dem Hinweis auf deren moralische und sittliche Haltlosigkeit, wodurch sie ihren göttlichen Herrschaftsauftrag verwirkt hätten. Mit dieser Begründung ist das Argumentationsmuster für alle späteren Ablösungen chinesischer Dynastien historisch etabliert.
Die Herrschaftszeit der Zhou wird eingeteilt in die beiden Perioden der stark expansiv orientierten Westlichen Zhou (bis 771 v. Chr.) und der Östlichen Zhou (nach 771 v. Chr.). Denn 771 v. Chr. wurden die Zhou aus ihrem im Westen gelegenen Herkunftsgebiet vertrieben und mussten den Schwerpunkt ihres Reiches nach Osten verlegen. Ihr Herrschaftsgebiet dehnte sich allmählich über beinahe den gesamten Norden Chinas aus, bis in das Tal des Jangtsekiang.
Der Zhou-Feudalstaat
An der Spitze der streng hierarchisch organisierten Feudalordnung stand der König, der durch Erbfolge bestimmt wurde. In seinem Auftrag regierten abhängige Fürsten als Vasallen über befestigte Städte und umliegende Ländereien. Die Macht des Königs stützte sich auf die Klasse der adligen Krieger, die ihre soziale Stellung ebenfalls ererbten. Die niedrigste soziale Gruppe umfasste die Bauern mit dem Statuts von Leibeigenen der jeweiligen Fürsten sowie die Haussklaven. Um ihre weitläufige Herrschaft zu gewährleisten, schufen die Zhou-Könige erstmals eine Beamtenbürokratie, die arbeitsteilig das Reich verwaltete. Dennoch prägte ein Grundproblem aller feudalen politischen Systeme auch das Schicksal Zhou-Reiches: Das Streben der Vasallen, die sich erfolgreich als lokale Herren etabliert hatten, nach mehr Selbständigkeit und Macht wurde immer stärker und führte schließlich zum Niedergang der Zentralautorität. In der Folge mussten die Westlichen Zhou schließlich dem Druck der Barbareneinfälle im Norden nachgeben, als zugleich einige der Feudalstaaten rebellierten. Aus ihrer Hauptstadt in der Nähe der heutigen Stadt Xian vertrieben, errichteten die Zhou eine neue Hauptstadt im Osten bei Luoyang.
In der Östlichen Zhou-Zeit nahm die Herrschaft der Zhou schließlich immer stärker einen rein formalen Charakter an, und der Zhou-König beschränkte sich als "Sohn des Himmels" weitgehend auf seine sakrale Rolle, während die wirkliche Macht von anderen ausgeübt wurde. Im ersten Abschnitt der Östlichen Zhou-Zeit, der "Frühling- und Herbstperiode" (722-481 v. Chr.), die auch die "Zeit der Hegemonien" genannt wird, vollzog sich eine Entwicklung hin zur Zusammenfassung der örtlich zersplitterten Macht in der Hand einiger weniger Staaten, die in sich nicht mehr feudal, sondern bereits mit Hilfe zentraler staatlicher Verwaltungsstrukturen organisiert waren. Aus zahllosen kleinen und kleinsten Gebilden entstanden sieben Großstaaten (Ch’in, Wei, Han, Zhao, Zhou, Yen und Qui), deren Tendenzen zur Verselbständigung nicht mehr eingedämmt werden konnten.
In der letzten Phase der Zhou, in der "Zeit der Streitenden Reiche" (476-221 v. Chr.) löste sich angesichts der Machtkämpfe der Territorialherren die Herrschaft der Dynastie vollends auf. Am Ende setzte sich der durch Waffen aus Eisen und Reiterverbände überlegene Staat Ch’in (Qin) zwischen 256 und 221 v. Chr. in blutigen Kriegen gegen die anderen sechs durch und eroberte sie.
Das goldene Zeitalter der chinesischen Philosophie
Die politische Instabilität seit dem 7. Jahrhundert war begleitet von sozialen Umbrüchen und von langen Phasen intellektueller und kultureller Fruchtbarkeit und Vielfalt. Insbesondere das Nachdenken über Fragen der politischen und sozialen Ordnung gewann große Bedeutung und prägte in seinen Ergebnissen die chinesische Kultur über mehr als zwei Jahrtausende bis in die Gegenwart.
Konfuzianismus
Der erste und wohl einflussreichste Philosoph dieser Periode war Kong Zi (westlicher Name: Konfuzius, 551-479 v. Chr.). Der Sohn einer kleinen Adelsfamilie aus dem Staat Lu (heute Shandong) repräsentierte die aufsteigende Klasse von Verwaltungsfachleuten und Ratgebern, ohne die die Aufgaben der neuen staatlichen Verwaltungen nicht zu bewältigen waren. Er war stammte aus der Linie der alten Schamanen der Shang-Dynastie.Konfuzius’ Hauptforderung war die Restauration jener politischen und sozialen Einrichtungen, wie sie die Zeit der frühen Zhou gekannt hatte. Er glaubte, dass die weisen Herrscher dieser Periode auf der Grundlage persönlicher Tugend eine ideale Gesellschaft entwickelt hätten, und versuchte, eine neue integre und kultivierte Elite zu etablieren. Eine Wiederbelebung der feudalen Ethik der frühen Jahrhunderte schien ihm der beste Weg zur Wiederherstellung gefestigter Ordnungen in Politik und Gesellschaft zu sein (siehe Konfuzianismus).
Daoismus
Die Lehren des Taoismus, der zweiten großen philosophischen Schule der Zhou-Zeit, finden sich im Tao-te king (Buch vom Tao und seiner Kraft). Als Urheber dieser philosophischen Richtung gelten Lao-tse (etwa 4. Jahrhundert v. Chr.) und Zhuangzi (ca. 369-286 v. Chr.). Die Taoisten lehnten das System des Konfuzius ab. Anstatt auf die Wiederbelebung der feudalen Ethik setzten sie auf die Abwendung von der Zivilisation und die Suche nach Übereinstimmung mit der Natur. Das Nicht-Eingreifen (wu wei) ist dabei eines der grundlegenden Prinzipien.Legalismus
Die dritte politische Schule der Zeit, die auf die weitere Entwicklung der chinesischen Zivilisation großen Einfluss hatte, war der Legalismus. Er forderte angesichts der allgemeinen Auflösungstendenzen neue und drastische Maßnahmen. Ziel war eine soziale Ordnung, die auf strikten und objektiven Gesetzen fußen und jeden Aspekt menschlicher Aktivität durch Lohn und Strafe reglementieren sollte. Um ein solches System zu errichten, musste ein machtvoller und wohlhabender Staat gebildet werden. Verstaatlichung des Kapitals, Einrichtung von Regierungsmonopolen, Beseitigung der überlieferten Familienstrukturen und Aufbau einer effektiven Verwaltung sollten unumschränkte staatliche Macht gewährleisten. Nach außen sollte eine auf Autarkie gerichtete Politik dem Staat Handlungsfreiheit verschaffen. Die wichtigsten Vertreter der Legalisten waren zwei Minister des Staates Ch’in: Shang Yang (4. Jahrhundert v. Chr.) und Han Feizi (spätes 3. Jahrhundert v. Chr.).Zu den zahlreichen anderen, im Westen heute weniger bekannten philosophischen Schulen der Zeit gehören: Hedonisten, Rhetoriker (Hui Zi), Logiker, Strategen (Sun Zi), Naturalisten (Zou Yan) Agronomisten und insbesondere die Schule des Mo Zi (gestorben 391 v. Chr.), der im Prinzip der allumfassenden Liebe den Schlüssel zur Lösung der Probleme des Menschen erkannte.
Tian Ming = himmlisches Mandat war die Legitimation des Herrschers als Sohn den Himmels Tian Zi
Erfindungen: Brustgeschirr der Pferde anstatt Nackenjoch verbesserte die Produktivkräfte,
Eisenverabeitung schuf bessere und härtere Waffen und Schutzpanzer; Streitwagen, Vollendung des Kalenders, Sternenkarten, die ersten geografischen Landkarten, Aufteilung Chinas in 9 Provinzen
Entstehung des Kaiserreiches
Die Qin-Dynastie (221-206 v. Chr.)
Durch die Eroberung der rivalisierenden Reiche führte Zheng, der Herrscher der Ch’in (deren Name künftig auch für die Bezeichnung des Gesamtstaates stehen sollte), zum ersten Mal alle chinesischen Gebiete zusammen (1. Reichseinigung 221 v. Chr.) und begründete das Kaiserreich, indem er sich zum Shi Huangdi ("göttlich erhabener Kaiser") erhob. Er übertrug die grundlegenden Reformen, die wesentlich zum Aufstieg von Ch’in beigetragen hatten, jetzt auf das gesamte neue Reich. Die feudalen Strukturen wurden beseitigt und ein Verwaltungsstaat etabliert. Gesetze und Vorschriften wurden durchgehend vereinheitlicht – von den Vorgaben für den Bau von Wagen über Gewichte und Maße bis hin zur Schrift. Die Infrastruktur, insbesondere der umfassende Ausbau des Straßen- und Wasserwegenetzes, wurde ebenso zur Sache des Staates wie die Sicherung des Reiches nach außen.
Auch das kulturelle Leben orientierte sich am Ziel der Einheitlichkeit. Nur die Denkschule des Legalismus war noch zugelassen, die wichtigsten Schriften der anderen philosophischen Richtungen wurden verbrannt (Bücherverbrennung 213 v. Chr.). Das gesamte Staatsgebiet wurde in 36 Gaue eingeteilt, die einer zivilen Verwaltung durch eine differenzierte Beamtenbürokratie und einer militärischen Führung unterstanden. Gegen diese Veränderungen fand sich jedoch eine Opposition der alten Führungsschichten und der Anhänger des Konfuzianismus zusammen, die sich schließlich gegen die neue Dynastie erhob.
Nach außen verfolgten die Ch’in einen expansiven Kurs: Im Süden stießen sie bis in das Gebiet des heutigen Vietnam vor; im Südwesten wurde das Kaiserreich auf die heutigen Provinzen Yunnan, Guizhou und Sichuan ausgedehnt; im Nordwesten erstreckten sich die Eroberungen bis Lanzhou in der heutigen Provinz Ganzhou, und im Nordosten erkannte ein Teil des heutigen Korea die Vorherrschaft der Ch’in an. Zugleich sicherten sie die Grenze in Nordchina durch einen durchgehenden Verteidigungswall, den Vorläufer der später errichteten Chinesischen Mauer, um die Verteidigung gegen Invasionen der Hiung-nu (Hunnen) zu erleichtern.