Wichtige buddhistische Begriffe:

Buddha ( ): der vollständig Erleuchtete; ein historischer Buddha (Siddhartha Gautama) und viele gewordene Buddhas, die erleuchtet wurden; der höchste Grad der Weisheit im Buddhismus (S. 225).

Buddhismus (fó jiào 佛教): die Schule zur Buddhaschaft

Dharma ( ): die unveränderlichen Prinzipien des Buddhismus (S. 267)

Buddha-Dharma (fó fǎ 佛法): Die buddhistische Lehre oder Doktrin

Bodhi (pú tí 菩提): Wissen, Erleuchtung, perfekte Weisheit; der erleuchtete Geist (S. 388)

Bodhisattva (pú sà 菩薩): eine der Hauptbegriffe des Mahayana-Buddhismus; Menschen, die Erleuchtung erlangt haben, aber auf den Eintritt ins Nirvana verzichten, um anderen Menschen in ihrem Prozess zur Erleuchtung zu helfen; ein Mönch, der auf seine Buddhaschaft verzichtet hat, um Andere zu führen. S. 389)

Bodhidharma (dà mó dà shī 大磨大師): der erste Patriarch des chin. Buddhismus, der Begründer des Chan-Buddhismus, eine Schule, die durch tiefe Versenkung und Meditation zur Erleuchtung kommen möchte; ca. 520 n. Chr. soll er von Indien nach China kekommen sein. Der Mythos besagt, er habe 9 Jahre im Shaolin-Tempel in Luo Yang die Wand angestarrt und wurde erleuchtet. (Werner, S. 359)

Dharmachakra (fǎ lún 法輪): Das Rad der Buddha-Lehre; die Buddha-Wahrheit, dass dem ewigen Kreislauf der Wiedergeburten zu entkommen durch die Buddhaschaft möglich ist.

Die vier edlen Wahrheiten (sì dì 四諦): Die vier Wahrheiten in der buddhistischen Lehre, deren Erkenntnis zur Erleuchtung führt; 1) Leben heßt Leiden und ist eine Notwendigkeit für alle empfindenden Wesen; 2) Ursachen des Leiden sind Objekte der Begierde (ài ), Hass ( ) und Gemeinheit ( ); 3) es ist möglich, die Leidenschaften auszulöschen; 4) Das Leiden ist für den ewigen Kreislauf der Wiedergeburt verantwortlich. Der Weg, aus diesem Kreislauf herauszukommen, ist ein Leben im Einklang mit dem achtfachen rechten Weg (Dao). (S. 182)

Der achtfache rechte Weg (bā zhčng dào 八正道): 1. Die korrekte Erkenntnis, dass alles nur Illusion ist; 2. Die korrekten Absichten; 3. Das korrekte Sprechen; 4. Das korrekte Handeln; 5. Das korrekte Verhalten in der Lebensführung und im Beruf; 6. Das korrekte Streben in einem unermüdlichen Prozess nach dem Nirvana; 7. Die korrekte Achtsamkeit im Behalten des Richtigen und im Vergessen des Falschen; 8. Die korrekte Meditation, das richtige Versinken und Gedankenzersteuen. Alles Korrekte zhèng bezieht sich auf die buddhistische Lehre; alles, was diesem entgegen läuft (xié ) bringt vom Buddha-Weg ab(S. 37).

Nirvana (niè pán 涅槃): verlöschen, ausgelöscht, das absolute Ende des Seins. Wie das Auslöschen des Lichtes einer Lampe. Es ist kein Paradies, kein Himmel und keine Seligkeit, es ist ein Abschluss, kein Neubeginn in einer anmderen Sphäre. Nirvana bezeichnet das Verlassen des ewigen Kreisllaufs von Leben und Sterben, von Wiedergeburt und Tod. Alle karmischen Kräfte sind nun überwunden. Man kann das Nirvana erreichen und trotzdem weiterleben, wie es z. B. der historische Buddha tat. (S. 328 f.)

Hinayana (xiǎo chéng 小乘): "Kleines Fahrzeug" – oft gebraucht als abschätziger Ausdruck von Anhängern des Mahayana für die Schulen des ursprünglichen Buddhismus. Das Hinayana wird auch manchmal als »südlicher Buddhismus« bezeichnet, da es vor allem in den südlichen Ländern Asiens verbreitet ist: Sri Lanka, Burma, Siam, Thailand, Laos und Kambodscha. Die Hinayana-Schule ist die orthodoxe Schule, welche die ursprüngliche Lehre authentisch bewahrt und verbreitet hat. Im Hinayana steht die Einzelerlösung durch eigene Anstrengung im Vordergrund, die am Besten auf dem monastischen Weg erreicht werden kann. Der Buddha wird nur als Lehrer und Wegweiser gesehen – den Weg gehen muß jeder selber. Das Ideal des Arhats wird betont und damit das Ziel Erlöschung, Erleuchtung, Befreiung. (S. 98)

Mahayana (dà chéng 大乘): "Großes Fahrzeug" – entwickelte sich etwa um die Zeitwende. »Großes Fahrzeug« heißt es auch, weil es durch seine Vielfältigkeit einer großen Anzahl von Menschen den Weg zur Erlösung öffnet, ja, alle Wesen erlösen will. Das Mahayana wird auch manchmal als »nördlicher Buddhismus« bezeichnet, da es vor allem in den nördlichen Ländern Asiens verbreitet ist wie Tibet, Mongolei, China, Japan, Korea, Vietnam. Im Mahayana wird weniger Wert auf ein asketisches Mönchsleben gelegt, hier können auch Laien das Nirvana erlangen, wobei sie auf die tätige Hilfe von erleuchteten Buddhas und Bodhisattvas zählen dürfen. Der Mahayana-Schule eigen ist die Auffassung des transzendenten Charakters des Buddha, das Bodhisattva-Ideal und der Begriff der Leerheit. Äußerster Altruismus und Frömmigkeit ist dem Mahayana zu eigen. (S. 83)

Amitabha (ā mķ tuó fó 阿彌陀佛): = "Buddha des Unermesslichen Lichtglanzes" ist der Name eines transzendenten Buddha, dem im gesamten sino-japanischen resp. ostasiatischen Raum höchste Verehrung zuteil wird. Sein Paradies ist das reine Land und befindet sich im Westen, in das der Anhänger durch Rezitieren des Namens Amitabhas wiedergeboren wird und zum endgültigen Nirvana heranreift. Die Amitabha-Verehrung bildet den Mittelpunkt verschiedener buddhistischer Konfessionen, von denen die chinesische "Schule des Reinen Landes" jìng tǔ zōng 净土宗 und die japanischen Schulen der Jodu-Shu und der Jodo-Shinshu die bekanntesten sind. Die auf Buddha Amitabha sich berufende Schule wird auch "Glaubensbuddhismus" oder Amitabha-Buddhismus genannt.

Die Grundidee lässt sich etwa folgendermaßen charakterisieren: In unserer langsam ihrem Untergang entgegentreibenden Welt ist der Buddhismus im steten Niedergang begriffen, daher ist es für die heutigen Menschen fast unmöglich, die Erleuchtung und das Nirvana zu erlangen. Es bleibt aber die Möglichkeit, Amitabha um Hilfe zu bitten, denn dieser hat nach seiner eigenen Erleuchtung geschworen, diese Welt nicht zu verlassen bis alle Wesen erlöst sind. Wer auf ihn vertraut, wird in Amithabhas Reinem Land wiedergeboren, einer friedlichen, paradiesischen Welt, in der alles darauf ausgerichtet ist, den Wesen die Erleuchtung und das Erlangen des Nirvana leicht zu machen. Durch Frömmigkeit und stetes Anbeten des Amithaba gelangt der Jünger zur Erleuchtung! Möglicherweise persischen Ursprungs ist Amithaba zur populärsten Buddafigur avanciert.

Amitabha spielt auch eine wichtige Rolle im tibetischen Buddhismus Vajrayana und gilt dort als Urbuddha der Lotusfamilie. Es gibt im tibetischen Buddhismus verschiedene Praktiken um Zugang zu dem "Reinen Land" von Amitabha zu erlangen (S. 287). In China blühte der Amitabha-Kult in der späteren Tang-Dynastie auf.

Chan- (Zen-) – Buddhismus (chán ): Begründet wurde der Chan-Buddhismus der Legende nach durch Bodhidharma zwischen 480 und 520 nach Christus. Er soll sich ganz auf die Meditation gestützt und jede schriftliche Überlieferung abgelehnt haben. Dementsprechend fand im Chan-Buddhismus die Übermittlung der Lehre nicht mit Hilfe von Schriften, sondern von Meister zu Schüler statt, obwohl es auch einige Textsammlungen von Chan-Meistern gab., z. B. das Diamant-Sutra.

Der Weisheitsbegriff der Sutren wird im Chan ausgelegt als Durchschauen der Leere der Welt der Erscheinungen, der Eigenschaften und Formen der Dinge und der abgegrenzten Person, um zum Nichts vorzudringen. Weisheit und Leere, werden als die gleiche Wirklichkeit gesehen, so dass im Chan von Nichtgeist und Nichtgedanke gesprochen wird. Diese werden erklärt als gleichzeitig existierend und nicht existierend, unfassbar und das Unfassbare selbst. Außen und Innen sowie Sein und Nichtsein sollen im Chan vollständig aufgegeben werden, um die ursprüngliche Buddhanatur zu erfahren und durch sie die wahre Wirklichkeit zu erfassen. Demgemäß lehnt Chan auch die herkömmlichen philosophischen Meinungen zu den Sutren ab, da die Lehren des Chan auf direkten Erfahrungen basieren und auf das eigene Selbst verweisen. Der richtige Standpunkt ist gemäß dem Chan die Abwesenheit von Standpunkten. In der Geschichte des Chan kam es so immer wieder vor, dass Chan-Meister rituell Sutren verbrannten und Statuen zerstörten.

Das Ziel des Chan ist die Erleuchtung bzw. das Erwachen (jap. Satori), welches mit unterschiedlichen Mitteln erreicht werden konnte. Eines davon waren die Koans, Sentenzen oder Fälle, die rational nicht lösbar waren und der Transzendierung des Verstandes dienten, jedoch spielte die vertiefte Meditation in allen Schulen des Chan immer die bedeutendste Rolle.

Der Einfluss des Daoismus zeigt sich in der Neigung zur begrifflichen Negation, der Betonung der Leere und Einheit als das Absolute und dem hohen Stellenwert der Natur als Selbstnatur, Dharmanatur, Weisheitsnatur und Buddhanatur. Negative Begriffe wie das Nichtsein (wuyou), Nichthandeln (wuwei), Nichtdenken (wunian) und Nichtbewußtsein (wuxin) waren für den Chan-Buddhismus wichtig, und die Philosophie des Chan zeichnete sich immer als Philosophie des Pradoxen und Weg der radikalen Freiheit des Geistes aus. Chan betont die Einheit des Geistes mit der Buddhanatur, die sich nur im gegenwärtigen Dasein erfahren lässt, bzw. immer vorhanden ist und stellt sich als Weg der Praxis und nicht der philosophsichen Spekulation, wie sie andere Schulen des Buddhismus in China auszeichnete, dar. Ein bekannter Vertreter des Chan-Buddhismus war der Patriarch Hui Neng (637-712).

Kuan Yin (guān yīn 觀音): auch Kuan Yin, ist im stasiatischen Mahayana Buddhismus ein weiblicher Bodhisattva des Mitgefühls , wird aber im Volksglauben auch als Göttin verehrt. Als eine der am meisten verehrte Figuren des ostasiatischen Buddhismus, findet sie sich zahlreich in Ikonographie , Texten und praktizierter Religion. Guān / ist das Schriftzeichen für “betrachten, anschauen, einen Blick auf etwas werfen”, oder “Anschauung, Ansicht”, yīn ist “Ton, Laut, Schall”. Der Name ist die Kurzform von Guānshģyīn (觀世音) und bedeutet "die Töne der Welt wahrnehmend". (S. 489) Ihr fühestes Auftauchen in China war um 406 n. Chr.

Das Lotos-Sutra aus dem Mahâyâna Buddhismus wurde mehrfach ins Chinesische übersetzt. Eine weitere zentrale Rolle nimmt Guānyīn im Herzsutra ein. In China entstanden viele Statuen in der Gestalt von Guanyin. Zunächst wurde Guānyīn gemäß der Übersetzung als Mann dargestellt. Mit der Verbreitung im Land wurde der Inhalt des Sutras oft mit bestehenden religiösen Vorstellungen und Praktiken vermischt.

In der Táng-Dynastie ( 618 bis 907 ) herrschte zeitweise religiöse Toleranz und es kam zu intensiven Begegnungen vieler Religionen. Das Lotos-Sutra war wegen der Betonung des Mitgefühls sehr beliebt. Aber gerade in der Volksfrömmigkeit bestand ein großes Bedürfnis nach einer Gottheit mit femininen Attributen. Eine beliebte Göttin jener Zeit war (西王母), die Königinmutter des Westens aus dem Daoismus . Durch die Vermischung dieser und anderer religiöser Ideen entstand im Laufe der Zeit die “Göttin” Guānyīn. Es gibt unzählige Geschichten über die Macht und wundersame Hilfe, die von Guānyīn kommen soll. Die einzelnen Geschichte wiederum werden in vielen verschiedenen Versionen erzählt. De Analytischen Psychologie in der Tradition Carl Gustav Jungs gilt Guānyīn als besonders deutliche Ausprägung des Mutterarchetyps .

Maitreya (mí lè 彌勒): gilt im Buddhismus als der Buddha der Zukunft und der große kommende Weltlehrer, also der "buddhistische Messias". Der Name ist wahrscheinlich vom Sanskrit-Wort "maitri" abgeleitet, das "universale Liebe" bedeutet. Sein Kommen ist, je nach Quelle, vorausgesagt 3.000, 5.000 Jahre bzw. 30.000 Jahre nach Buddha Shakyamuni, dem historischen Buddha (Siddharta Gautama). Als der kommende Buddha ist Maitreya der einzige im Theravada-Buddhismus (die einzige noch verbliebene Schule des Hinayana) anerkannte Bodhisattva.

Bekannt ist er auch im Mahayana und hier insbesondere im tibetanischen Buddhismus von großer Bedeutung. Im ersten Kloster Tibets ist einer der vier großen Tempel zu Seiten des Haupttempels Maitreya gewidmet. Die historisch bekannten Darstellungen zeigen Maitreya manchmal stehend, meist aber sitzend. Dabei berühren seine Füße, im Unterschied zu anderen Buddha- oder Bodhisattva-Darstellungen, den Boden, was symbolisieren soll, dass er seinen Platz noch nicht vollständig eingenommen hat. In der linken Hand hält er in vielen Darstellungen ein Wassergefäß. Manche Gelehrte nehmen auch an, dass Maitreya ursprünglich mit der iranischen Retter-Gestalt Mithra verbunden ist, und dass seine spätere Wichtigkeit für Buddhisten aus dieser Quelle stammt.

Sangha (sēng jiā 僧伽): bedeutet in der buddhistischen Terminologie "Schar". Der Begriff wird unterschiedlich aufgefasst:

- Gemeinschaft der buddhistischen Heiligen (Aryas)

- Gemeinschaft der buddhistischen Ordensangehörigen (Mönche und Nonnen)

- Gemeinschaft der buddhistischen Praktizierenden/Übenden

- Alles Lebende (Menschen, Tiere und Pflanzen)

Buddhistische Mönche und Laienschaft (sēng sś 僧俗)

Sila (shī luó 尸羅): Die Fünf Silas (Sittlichkeit, Tugend) sind die sittlichen Übungsregeln des Buddhismus.

- Ich gelobe, mich darin zu üben, kein Lebewesen zu töten oder zu verletzen.

- Ich gelobe, mich darin zu üben, nichts zu nehmen, was nicht freiwillig gegeben wird.

- Ich gelobe, mich darin zu üben, nicht zu lügen und wohlwollend zu sprechen.

- Ich gelobe, mich darin zu üben, mich keinen anstössigen sexuellen Freuden hinzugeben.

- Ich gelobe, mich darin zu üben, keine berauschenden Substanzen zu konsumieren, die den Geist verwirren und das Bewusstsein trüben.

 

Samadhi bzw. Dhyana (dìng ): Im Buddhismus umfasst Samadhi die Regeln der Vertiefung bzw. des Sichversenkens (Meditation), welche auf den heiligen achtfachen Pfad (sechster bis achter Pfad) zurückzuführen sind:

Rechtes Streben, Üben

Rechte Achtsamkeit

Rechte Konzentration / Rechtes Sichversenken

Buddha lehrte, dass Samadhi notwendig ist, um dem Geist Stärke und Reinheit zu verleihen und letztendlich die Wahrheit zu erkennen und zu verwirklichen. Samadhi setzt sich hauptsächlich aus verschiedenen Meditationsmethoden zusammen. Der letzte der acht Pfade ist das Sichversenken. Er ist in neun aufeinander folgende Stufen der Meditation geteilt:

Geistesruhe

Klarblick

Gleichmut und Glücksgefühl

Absoluter Gleichmut

Eintritt in die Unendlichkeit

Bewusstseinsunendlichkeit

Nichtdasein

Weder-Wahrnehmung -noch-Nichtwahrnehmung

Nirvana

 

Prajna (bān ruņ 般若): beschreibt die große umfassende Weisheit, die alle Dinge und Phänomene im ganzen Universum durchdringt. Prajna existiert demnach schon, bevor das menschliche Bewusstsein alle Daseinsformen wahrnimmt und versucht, sie in Begriffe zu fassen. Prajna wird nach buddhistischer Lehre intuitiv und unmittelbar erfahren, wenn Körper und Geist im Zustand des Gleichgewichts sind und die Vorstellung der Trennung von Subjekt und Objekt im Samadhi überwunden wird. Um in diesen Zustand zu gelangen wird im Zen-Buddhismus die Übungspraxis der Sitzmeditation (Zazen) angewandt. Dem Weisheitsaspekt zugeordnet, werden der erste und der zweite Pfad des heiligen achtfachen Pfades im Buddhismus.

- Rechte Anschauung, Erkenntnis

- Rechte Gesinnung, Absicht

Das "rechte Erkennen" führt den Übenden zur klaren Anschauung, dass sowohl Materie als auch Geist einem ständigen Wandel unterworfen sind. Diese Erkenntnis wiederum führt ihn zur ersten der Vier edlen Wahrheiten: "Alles Leben ist leidvoll". Die Weisheit der "rechten Gesinnung" lässt die Absicht reifen, die Ursachen des Leidens zu erkennen und zu überwinden und auch die weiteren Schritte auf dem Achtfachen Pfad bis zu seiner Vollendung zu machen.

Samsara (shēng sǐ 生死) Samsara (wörtl.: "beständiges Wandern") ist die Bezeichnung für den immer währenden Zyklus des Seins, den Kreislauf von Werden und Vergehen im Kreislauf der Wiedergeburten.

Dieser ewige Kreislauf wird in den östlichen Religionen als leidvoll gewertet. Der Ausbruch aus diesem unheilvollen Kreislauf geschieht auf dem Wege des Loslassens von allen Bindungen, Begierden und Wunschvorstellungen sowie durch Erkenntnis. Erreicht wird der Zustand der "Erlöstheit" (und nach einigen Varianten der ewigen Glückseligkeit, den die Buddhisten Nirvana nennen.

Sehr anschaulich wird Samsara im so genannten Lebensrad dargestellt, das im tibetischen Buddhismus weit verbreitet ist. Dabei sind im Zentrum, um die Nabe, sozusagen die Triebkräfte des Rades dargestellt, die Drei Geistegifte Gier, Hass und Verblendung, als Schwein, Schlange und Hahn. Das Schwein symbolisiert die Unwissenheit, die Schlange den Hass und der Hahn die Gier. Daran anschließend ist das Resultat von Handlungen basierend auf den Geistesgiften als absteigender Weg schwarz, der Weg der Überwindung dieser Geistesgifte wird als aufsteigender Pfad weiß dargestellt. Diese Wege führen auf der nächsten Ebene in die sechs möglichen Wiedergeburtsbereiche dargestellt: Weiß von oben nach unten: Götter (Devas oder Asuras), Menschen. Schwarz von oben nach unten: Tiere, hungrige Geister (Pretas), Höllenwesen.

Dabei nimmt das Ausmaß des Leidens vom Götterbereich abwärts kontinuierlich zu, bis zu den extremen Leidenserfahrungen und den verschiedenen Höllenbereichen (kalte, heiße, große Höllen). Allerdings eignet sich eine menschliche Daseinsform am besten, um Nirvana zur erreichen, da man als Mensch weder übermäßig Leid noch übermäßig Glück erfährt. Bei einer Daseinsform als Gott ist das Glücksempfinden so stark, dass man keinen Grund sehen wird, aus dieser Existenz in Samsara auszubrechen. Bei einer Daseinsform als Tier hat man nicht den nötigen Verstand, um aus Samsara auszubrechen und bei einer Daseinsform als hungriger Geist oder Höllenwesen hat man aufgrund des überwiegenden Leidens nur schwer die Möglichkeit dazu.

Karma ( ): Unter Karma wird ein spirituelles Konzept verstanden, wonach jede Handlung - physisch wie geistig - unweigerlich eine Folge hat. Diese muss nicht unbedingt im aktuellen Leben wirksam werden, sondern kann sich möglicherweise erst in einem der nächsten Leben manifestieren.

In den indischen Religionen ist die Lehre des Karma eng mit dem Glauben an Samsara, den Kreislauf der Wiedergeburten, verbunden und damit an die Gültigkeit des Ursache-Wirkungsprinzips auf geistiger Ebene auch über mehrere Lebensspannen hinweg. Im Hinduismus und Buddhismus bezeichnet der Begriff die Folge jeder Tat, die Wirkungen von Handlungen und Gedanken in jeder Hinsicht, insbesondere die Rückwirkungen auf den Akteur selbst. Karma entsteht demnach durch eine Gesetzmäßigkeit und nicht infolge einer Beurteilung durch einen Weltenrichter oderGott, es geht darum nicht um "Göttliche Gnade" oder "Strafe". Nicht nur "schlechtes" Karma erzeugt den Kreislauf der Wiedergeburten, sondern gleichermaßen das "gute". Letztes Ziel ist es darum, überhaupt kein Karma mehr zu erzeugen.

Gemäß der buddhistischen Lehre (Dharma) ist die Vorstellung es gäbe ein "Ich", eine abgegrenzte Person, also ein Selbst bzw. eineSeele, bereits eine grundlegende Täuschung über das Wesen der Wirklichkeit. Was Menschen als ihr Selbst oder ihre Seele bezeichnen ist vielmehr ein ständig im Wandel begriffenes Zusammenspiel von fünf Daseins- oder Aneignungsgruppen: des materiellen Körpers mit seinen Sinnesorganen, der Empfindungen, der Wahrnehmung der Welt, der Geistesformationen (Interessen, Willensregungen, Sehnsüchte und Tatabsichten) und letztlich des Bewußtseins. Aus diesem ständigen Wandel ergibt sich die Gesetzmäßigkeit des "bedingten Entstehens": jede Handlung gestaltet demnach die Welt neu, auf der materiellen wie auch auf den geistigen Ebenen.

Karma, an dessen Stelle buddhistische Autoren auch die Begriffe "Prägungen" oder "Samen" verwenden, bezieht sich in diesem Sinn auf das sinnliche Begehren und das Anhaften an den Erscheinungen der Welt und die daraus folgenden Gedanken und Taten. Alles Handeln und Denken bewirkt Karma und führt somit zu weiteren Verstrickungen in der Welt. Ziel der buddhistischen Praxis ist es, kein Karma mehr zu erzeugen und somit diesen Kreislauf hinter sich zu lassen, um ins Nirvana einzutreten. Der erste Schritt dazu ist zu erkennen, dass die Ursache dieses Anhaftens in den Drei Geistesgiften liegt: Bindung oder Gier (Lobha), Hass (Dosa) und Unwissenheit (Moha). Die drei Wege zu positivem Karma sind demnach Bescheidenheit (Nicht-Anhaften), Güte und Einsicht. Entscheidend für die bei einer Handlung erzeugte karmische Prägung ist die der Handlung zugrunde liegende Absicht. Gemäß der buddhistischen Lehre ist hierbei das Denken als Handlungsform den körperlichen Handlungen und der Rede übergeordnet.