Diplom-Arbeit

 

Die Mitte der chinesischen Medizin

 

Vergleich von Herz Xin und Milz Pi

in ihrer Rolle als Zentrum im Mikrokosmos Mensch

 

 

von Ariane Heitkamm

 

 

INHALTSVERZEICHNIS

Teil I:

Einleitung

   

1.

Gedanken über das Thema "Die Mitte des Menschen"

   

1.1

Denkweise der chinesischen Medizin über das Thema

   
   

Teil II:

Wandlungsphase Erde mit Funktionskreis Milz

   

2.

Entsprechungen der Wandlungsphase Erde

   

2.1

Funktionen der Milz

   

2.2

Abbildung Leitbahnverlauf der Milz

   

2.3

Syndrome der Milz

   
   

Teil III:

Wandlungsphase Feuer mit Funktionskreis Herz

   

3.

Entsprechungen der Wandlungsphase Feuer

   

3.1

Funktionen des Herzens

   

3.2

Abbildung Leitbahnverlauf des Herzens

   

3.3

Syndrome des Herzens

   
   

Teil IV:

Vergleich von Herz und Milz in ihrer Rolle als Zentrum im Mikrokosmos Mensch

   
   

Teil V:

Herz- und Milz-stärkende Maßnahmen

   

5.

Wichtige Akupunkturpunkte zur Stärkung der Milz

   

5.1

Diät

   

5.2

Wichtige Akupunkturpunkte zur Stärkung des Herzens

   

5.3

Diät

   
 

Literaturverzeichnis

 

 

 

Teil I: Einleitung

 

1. Gedanken über das Thema "Die Mitte des Menschen"

"Die Frage nach dem Selbstsein betrifft einen jeden von uns, und wir haben uns zu entscheiden, wohin wir diese Frage verlagern: in die Mitte unserer eigenverantwortlichen persönlichen Auseinandersetzung oder in eine fremdbestimmte, gesellschafts-politisch festgelegte Zuschreibung. Den eigenen Weg bestimmt und findet jeder für sich allein."

Diese Sätze schrieb Prof. Dr. phil. Theo Eckmann 1986 in einem persönlichen Brief. Vorausgegangen war eine Diskussion über den nicht leichten Weg zwischen von außen bestimmten Ansprüchen und sensiblen Erkenntnissen für den eigenen Lebensweg, eine Diskussion über das Finden der eigenen Mitte und das Ruhen in ihr.

Der gesamte Kosmos kann nur überleben durch die Ausgewogenheit aller Faktoren. Das gleiche gilt für den Mikrokosmos Mensch. Als Mikrokosmos definiert man eigentlich die Welt der kleinsten Lebewesen. Die Philosophie aber versteht darunter den Menschen und seine Umwelt als Gegenstück zum Kosmos.

Voll Hochachtung spricht man im täglichen Leben von einem Menschen, der in sich ruht. Fast nie dagegen hört man die Bezeichnung: Er ruht in seiner Mitte. Ein so bezeichneter Mensch hat seinen Weg im Leben gefunden. Er ist zufrieden, lebt in Harmonie mit sich und seiner Umwelt und hat Vertrauen in seine Fähigkeiten. Er hat das, was man allgemein die "gewisse Ausstrahlung" nennt.

Bei einer Umfrage stellten fast alle Befragten das Herz in die Mitte des Menschen. Und die Antwort auf die Frage nach dem Sitz des Geistes wurde mehrheitlich mit "im Gehirn" beantwortet. Nicht überraschend waren die Antworten, als nach dem Sitz der Seele gefragt wurde. Fast alle tippten wieder auf das Herz.

Der Begriff "Seele" steht für Emotionalität, der Begriff "Geist" für den Intellekt.

In der chinesischen Medizin ist das Herz der Sitz des Geistes, integriert aber voll das, was man üblicherweise unter "Seele" versteht.

Aus dem Blickwinkel der Anatomie in etwa in der Körpermitte angesiedelt - ebenso im Verständnis der chinesischen Medizin - ist die Milz. Sie ist für den medizinisch unvor-belasteten Menschen ein unbekanntes Organ, ein vergessenes Organ, das er eventuell mit "Seitenstichen" in Verbindung bringen kann. Ihre Existenz wird höchstens noch in dem Kneipensatz erwähnt: "Zwischen Leber und Milz ist stets Platz für ein Pils."

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1.1 Denkweise der chinesischen Medizin über das Thema

Im Altertum war die Erde in der Mitte der fünf Wandlungsphasen angeordnet.

Das ursprüngliche philosophische Modell der räumlichen Anordnung:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Erde nimmt die absolute Mittelstellung ein und ist die einzige Wandlungsphase, die in direktem Energiekontakt und -austausch mit allen anderen Wandlungsphasen steht. Die Erde, insbesondere die Milz, nimmt erworbene Energie auf, läßt sie reifen und stellt sie den anderen Organen zur Verfügung. Durch ihre zentrale Position ist sie der Dreh- und Angelpunkt dieses Systems. Sie ist der Ort der Harmonie und des Ausgleichs. Ohne ihre zentrale Stellung innerhalb der fünf Wandlungsphasen würde das ganze System zusammenbrechen. Im Mikrokosmos Mensch sind alle Elemente vereint. Jedoch kann das Gleichgewicht gestört werden. Wer von uns kennt nicht das Gefühl, aus der Mitte herausgetreten zu sein, neben sich zu stehen, aus seinem Gleichgewicht gebracht worden zu sein.

Ist um uns herum alles in Ordnung und in Ruhe, ist unsere Lebenssituation stimmig und harmonisch, erreichen wir eher das Ziel, in unserer Mitte zu ruhen und ausgeglichen zu sein. Sind wir mit uns zufrieden, ist unser Schlaf erholsam und unsere Ernährung ausgewogen, wird es uns auch gelingen, in unserem Umfeld eine Atmosphäre von Harmonie zu schaffen. Dann befinden wir uns in unserer Mitte, können wir auch auf andere Menschen zugehen, ihnen helfen, in Konflikten aktiv beistehen und Verständnis zeigen.

Die Wandlungsphase Erde trennt nicht nur in unserer aufgenommenen Nahrung "Klares vom Trüben", sondern das gilt auch für alle Fremdeinflüsse, die auf den Menschen einwirken: emotionale, psychische, soziale, stoffliche und intellektuelle. Sie ist der Sitz der Assimilation und Integration.

Die Wandlungsphase Feuer, besonders das Herz, hat in Bezug auf die Mitte des Menschen wichtige Funktionen, da es Sitz des Geistes Shen ist. Durch Shen wird die Persönlichkeit des Menschen dargestellt. Es manifestiert sich in der Hautfarbe, im Teint und in der Ausstrahlung.

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Teil II: Wandlungsphase Erde mit Funktionskreis Milz:

 

2. Entsprechungen der Wandlungsphase Erde :

Die entsprechenden Zang-Fu der Wandlungsphase Erde sind Milz (Zang-Organ, Yin) und der Magen (Fu-Organ, Yang). In der Wandlung ist die Erde zuständig für das Umwandeln und für die Reifung. Ihre energetische Qualität ist das Ausgleichende und Harmonisierende. Als Himmelsrichtung entspricht ihr die Mitte.

Die Jahreszeit für die Wandlungsphase Erde ist der Spätsommer und alle Übergangszeiten zwischen den Jahreszeiten. Ihre klimatische Energie ist die Feuchtigkeit. Die Erde gibt dem Menschen die Fähigkeit, mit Feuchtigkeit in seiner Umgebung fruchtbar umgehen zu können. Ihre entsprechende Farbe ist gelb, ockergelb. Es ist die Farbe von Erde, Getreide, Ernte, Stoppelfeldern, getrocknetem Gras.

Die Erdfarbe hat eine beruhigende Wirkung auf den Menschen. Hat sie jedoch eher einen bedrückenden Einfluß, so könnte das auf ein Ungleichgewicht der Erde hinweisen. Die Geschmacksrichtung ist das Süße, das Wohlschmeckende. Süßes tonisiert. Gemüse und Getreide von süßem Geschmack kräftigen den mittleren Erwärmer und harmonisieren. Übermäßige Aufnahme von Süßem schwächt jedoch die Erde, und übermäßiges, ständiges Verlangen nach Süßem weist auf ein Ungleich-gewicht der Erde hin.

Das der Erde zugeordnete Haustier ist das Rind, das entsprechende Nahrungsmittel das Getreide, besonders Hirse und Weizen. Hirse stärkt und harmonisiert Milz und Magen, aktiviert den Stoffwechsel, wärmt von innen, tonisiert Qi und Blut, baut Substanz auf und entfernt zuviel Feuchtigkeit und Hitze.

Der entsprechende Geruch ist das Wohlriechende, das Aromatische. Die stimmliche Manifestation ist das Singen und Summen. Singen harmonisiert und stärkt die Erde und ist ein Ausdruck der Zufriedenheit. Typisches Verhalten für die Erde ist das Rülpsen, das Würgen, aber auch das Sichsehnen nach etwas.

Die Tugend der Erde ist das Vertrauen, die Treue, ihre Emotionen das Nachdenken, Grübeln und sich Sorgen machen. Der entsprechende Planet ist der Saturn, der in der chinesischen Astrologie den Mittelpunkt einnimmt. Ihre geistig-seelische Qualität ist das logische Denken = Yi und die Fähigkeit zu reflektieren und zu strukturieren.

Die entsprechende Flüssigkeit ist der Nahrungsspeichel. Ein trockner Mund oder übermäßiger Speichelfluß sind Hinweise auf eine Störung der Erde. Die Erde stellt sich äußerlich dar in den Lippen, dem Fleisch und den Muskeln. Ist das Milz-Qi stark, sind die Lippen glänzend, rötlich und von harmonischer Form.

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Ist es schwach, so sind sie schmal, blaß, trocken, und die Muskulatur ist schlaff. Die entsprechenden Maximalzeiten der Organe sind: Magen 7.00 - 9.00 Uhr, Milz 9.00 - 11.00 Uhr. Die Erdpulstaststelle befindet sich am rechten Handgelenk in der Mitte (=Guan-Stelle). Der typische Puls ist der Huan Mai = behäbiger Puls und der pathologische Hua Mai = schlüpfriger Puls.

 

2.1 Die Funktionen der Milz :

Die Hauptaufgabe der Milz ist es, aus der aufgenommenen Nahrung das Nahrungs-Qi (= Gu Qi) zu ziehen, was für Qi und Blutbildung benötigt wird. Sie ist das zentrale Organ der Qi-Bildung.

a) Transport von Wasser und Nahrung

Transport und Transformation von Feuchtigkeit

Die mit der Nahrung aufgenommenen Substanzen gelangen vom Magen zur Milz. Die Ernährungssubstanzen aus der Milz sind die Hauptquelle des erworbenen Jing, das die Milz ernährt. Die Milz ernährt die Zang-Fu und das Blut. In Zusammenarbeit mit dem Magen, der die notwendige Wärme liefert, kann die Milz den Speisebrei aufspalten. Das Verwertbare wird von der Milz den Zang-Organen in Form der fünf Geschmacks-energien zugeführt und dort als erworbenes Jing gespeichert. Der Rest gelangt in den Dünndarm.

Ist das Milz-Qi geschwächt, so kommt es zu Symtomen wie Appetitlosigkeit, aufgetriebenem Bauch, Blähungen, breiigem bis flüssigem Stuhl, Müdigkeit und Abmagerung.

Die Milz reguliert die Feuchtigkeit im Körper. Sie transportiert überschüssige Flüssigkeiten aus den Leitbahnen, Geweben und Organen ab und bringt sie über den dreifachen Erwärmer zur Blase, so daß sie ausgeleitet werden können.

Eine andere Funktion der Milz ist allerdings auch, die Gewebe zu befeuchten. Läuft die Umwandlung und Bewegung der Flüssigkeiten nicht reibungslos ab, so sammelt sich Nässe oder Schleim an, oder es kommt zu Ödemen. Gestört wird das Transportieren und Transformieren der Milz besonders durch erhöhte Aufnahme von kalten Flüssigkeiten oder eisgekühlten Getränken.

b) Das Milz-Qi kontrolliert das Blut

Die Milz ist das zentrale Organ für die Blutbildung. Sie befeuchtet die Gefäßwände und

sorgt für deren Stabilität, damit sich Qi und Blut in den vorgeschriebenen Bahnen bewegen.

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Es hält also das Blut in den Gefäßen.

Ist das Milz-Qi geschwächt, so tritt es aus den Gefäßen heraus, und Blutungen entstehen: Haematome, Uterusblutungen, Blut im Stuhl usw.

c) Das Milz-Qi beherrscht die Muskeln und die vier Extremitäten

Durch die Transport- und Transformationsfunktion nährt die Milz die Muskeln und die vier Extremitäten. Sie ist zuständig für die Versorgung des Fleisches und der Muskulatur. Die Funktion der Leber dagegen ist es, Muskeln und Sehnen geschmeidig zu halten!

Ist das Milz-Qi schwach, so gelangt das Qi kaum zu den Muskeln. Die Muskulatur erschlafft, wird eventuell sogar atroph. Der Mensch fühlt sich müde. Das Qi erreicht nicht mehr die Muskulatur der vier Extremitäten, weil sie die Flüssigkeiten des Magens nicht mehr transportieren kann.

d) Die Milz öffnet sich im Mund und manifestiert sich in den Lippen

Die Nahrung wird über den Mund aufgenommen. Dort wird sie durch Kauen zerkleinert, damit die Milz ihrer Funktion des Umwandelns und Transportierens nach-kommen kann.

Der Geschmackssinn wird ebenfalls der Milz zugeordnet. Ist die Milz gesund, so hat der Mensch einen guten Geschmackssinn. Seine Lippen sind gut befeuchtet und haben eine gesunde rosige Farbe. Bei einer Störung der Milz sind die Lippen blaß und trocken. Der Geschmackssinn hat sich verschlechtert, und es entsteht oft ein "klebriger" Geschmack. Bei einer Milz-Qi-Stagnation sind die Lippen geschwollen und aufgedunsen.

e) Die Milz kontrolliert das aufsteigende Qi

Durch das aufsteigende Qi der Milz werden die Organe an ihrem Platz gehalten. Kommt es zu einer Milz-Qi-Schwäche, so können Organvorfälle entstehen wie z. B. Uterusprolaps oder Senkungen von Organen wie des Magens, der Blase und der Niere.

f) Die Milz ernährt das Mark, insbesondere das Hirn

Das Denken = Yi residiert in der Milz. Die Milz ermöglicht uns die Funktion des Nachdenkens, der geistigen Arbeit und der Konzentration. Sehr lange geistige Arbeit ohne körperlichen Ausgleich schwächt jedoch das Milz-Qi.Wichtig für eine gesunde Milz ist das Gleichgewicht zwischen geistiger und körperlicher Aktivität. Beginnt der Mensch zu grübeln, so ist das Milz - Yang schwach.

Klares Denken in kritischen Lebenssituationen und das Langzeitgedächtnis ist dagegen eine Funktion des Herzens.

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2.2 Abbildung Leitbahnverlauf der Milz

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Pedis Tai Yin

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2.3 Syndrome der Milz

a) Milz-Qi-Mangel

Das Milz-Qi wird heute häufig durch die Art der Nahrungsmittel, die wir zu uns nehmen, geschwächt. Schuld hat vor allem der hohe Konsum von kalter und roher Nahrung, die außerdem ohne regelmäßige Zeiten aufgenommen wird.

Die Vorbereitung der Speise durch den richtigen Kauvorgang, d. h. mindestens 30 bis 40 Mal kauen pro Bissen, findet nicht mehr statt. So werden Magen und Milz doppelt belastet. Das Milz-Qi wird geschwächt.

Weitere Ursachen sind chronische Erkrankungen. Auch klimatische Faktoren spielen eine große Rolle wie z. B. langanhaltende Nässe oder Feuchtigkeit. Da die Milz Flüssigkeiten und Säfte klärt, wird sie durch zusätzliche Feuchtigkeit stark überlastet.

Die entsprechende Emotion der Milz ist das Nachdenken. Übermäßiges Nachdenken oder das regelrechte "Kopfzerbrechen" wie z. B. das Lernen vor Prüfungen schwächt ebenfalls das Milz-Qi.

Symptome, bedingt durch die gestörte Transport- und Transformationsfunktion, sind Müdigkeit, Mattigkeit, weiche, breiige Stühle bis hin zu Durchfällen, Druckgefühl im Oberbauch - besonders nach dem Essen -, Appetitlosigkeit, schwere Arme und Beine, evtl. verbunden mit einer Schwellung bei Nässeansammlung.

Durch die geschwächte Milz ist das Qi nicht in der Lage aufzusteigen. Der Patient hat das Gefühl des Absinkens im Abdomen. Überträgt sich das auf die inneren Organe, so kann es zu Senkungen kommen wie z. B. Uterusprolaps, Analprolaps, Senkung der Nieren etc.

Der Patient hat einen fahl-gelblichen Teint. Der Puls ist leer (Xu).

Kann die Milz das Blut nicht kontrollieren, so kommt es zu zusätzlichen Symptomen wie Hautblutungen, Blut im Stuhl, starke Periodenblutungen, Kurzatmigkeit und Kraft-losigkeit. Der Patient hat ein blasses Gesicht. Der Puls ist ein feiner, schwacher Puls (Xi-Ruo).

In allen Fällen hat der Patient einen blassen Zungenkörper, manchmal geschwollene Ränder, manchmal dort auch Querrisse.

Die Therapie basiert auf einer Stärkung der Milz.

 

 

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b) Milz-Yang-Mangel

Der Milz-Yang-Mangel ist oft die Folgeerkrankung des Milz-Qi-Mangels. Deshalb sind auch die Ursachen für die Entstehung dieses Syndroms die gleichen wie beim Qi-Mangel. Hinzu kommt, daß der Yang-Mangel häufig durch eine äußerst kalte Umgebung hervorgerufen werden kann, ebenso durch die Aufnahme von kalter Nahrung. Die Symptome sind ebenfalls die des Qi-Mangels, jedoch zusätzlich durch die Kälte: Kältegefühl, Frösteln, kalte Extremitäten, Kältegefühl im mittleren Erwärmer, um den Bauchnabel herum, Bauchschmerzen, Wärme bessert, bei Frauen ein abwärts ziehendes Gefühl im Abdomen bzw. Unterleibs- sowie Lendenschmerzen (Kälte und Nässe ziehen im Körper nach unten). Da Flüssigkeit nicht umgewandelt wird, können auch Ödeme entstehen.

Der Puls ist tief (Chen) und langsam ((Chi) durch Yang-Mangel. Die Zunge ist blaß, geschwollen und naß.

Das Milz-Yang sollte therapeutisch gestärkt und erwärmt werden.

c) Befall der Milz durch Kälte-Nässe

Hauptursache für dieses Syndrom sind klimatische Einflüsse (Kälte und Nässe) auf den Körper des Menschen. Das kann durch naß-kaltes Wetter geschehen, aber auch durch Wohnen in feucht-kalten Wohnungen oder Räumen. Weitere Ursache ist der hohe Konsum von kalten Speisen und Getränken, wobei sich Kälte-Nässe im mittleren Erwärmer aufstaut. Symptome sind dann folgende: Appetitlosigkeit, Durstlosigkeit, schwerer Kopf, Völlegefühl, Blähungen, Mattigkeit, Schweregefühl im Körper, dünne, weiche Stühle, Kältegefühl im Abdomen, was durch Wärme verbessert wird. Sinkt die Kälte-Nässe ab, so kommt es bei Frauen zu weißem Fluor vaginalis.

Der Puls ist langsam (Chi) und schlüpfrig (Hua). Die Zunge hat einen dicken, klebrigen, weißen Belag.

Therapeutisch ist es wichtig, die Nässe aufzulösen.

d) Befall der Milz durch Nässe-Hitze

Ursachen hierfür können sein: hoher Konsum von fetten, süßen Speisen, Alkohol oder eine über einen langen Zeitraum im Körperinneren blockierte Nässe, die Hitze erzeugt.

Möglich ist auch das Einwirken von äußerer Nässe-Hitze bei heißem, feuchtem Wetter. Da wieder Transport- und Transformationsfunktion der Milz durch die Nässe gestört sind, kommt es zu Schweregefühl, Blähungen, Völlegefühl, Appetitlosigkeit und Ekel vor fettem, reichlichem Essen. Wenig dunkelgelber Urin, übelriechende, weiche Stühle, Durst ohne Verlangen nach Trinken (Nässe), leichtes Fieber und bitterer Mund-geschmack sprechen für die Hitze.

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Außerdem kann es zu Übelkeit und Erbrechen kommen. Die Zunge hat einen klebrigen gelben Belag. Der Puls ist schnell (Shuo) und schlüpfrig (Hua).

Nässe sollte aufgelöst und Hitze gekühlt werden.

 

Teil III: Wandlungsphase Feuer mit Funktionskreis Herz

3. Entsprechungen der Wandlungsphase Feuer :

Die entsprechenden Zang-Fu der Wandlungsphase Feuer sind Herz (Zang-Organ, Yin) und Dünndarm (Fu-Organ, Yang). Ihre äußere Entfaltung zeigt diese Wandlungsphase im Gesicht über die Farbe und auch in den Augen. Leuchtende Augen, ein steter Blick und eine leicht feuchte Haut deuten darauf hin, daß ausreichend Shen zum Gesicht gelangt. Die Farbe des Feuers ist rot, die entsprechende Jahreszeit der Sommer, die Himmelsrichtung der Süden.

Bei der Wandlung ist das Feuer zuständig für Wachstum und Entwicklung. Ihre klimatische Energie ist die Hitze. Stimmliche Manifestation ist das Lachen. Lacht ein Mensch ständig, kichert er vor sich hin oder ist er überhaupt nicht fähig zu lachen, so ist das ein Zeichen für ein Ungleichgewicht im Feuer. Der Geschmack der Wandlungs-phase Feuer ist der bittere Geschmack. Erhöhte Aufnahme von bitteren Nahrungsmitteln schwächt die Wandlungsphase Feuer, während sie in der richtigen Dosierung das Feuer stärken.

Entsprechende Emotionen sind Lust und Freude. Zuviel Lust und Freude zerstreuen das Herz-Qi, vielleicht sogar auch Shen. Der Mensch leidet unter Schlaflosigkeit und heftigen Träumen.

Ist der Yin-Aspekt zu schwach, gelangen zuviel Emotionen nach außen. Eine chronische Unruhe entsteht. Ist der Yang-Aspekt zu schwach, so gelangen die Emotionen gar nicht nach außen. Allgemeine Freudlosigkeit ist ein Zeichen für erschöpftes Herz-Qi bzw. -Yang.

Die Pulsqualität ist abhängig vom Shen. Ist genug Shen im Blut, so ist der Puls deutlich und klar fühlbar. Taststelle ist die digitalste Stelle am linken Handgelenk. Der Wandlungsphasen-Puls ist der Hong-Mai = überflutender Puls.

Die Maximalzeiten der Organe Herz und Dünndarm: Herz 11.00 - 13.00 Uhr, Dünndarm 13.00 - 15.00 Uhr. Verstärken sich bestimmte Symptome in der Maximal-zeit, so ist das ein Hinweis auf eine Fülle. Bessern sie sich, so deutet es auf eine energetische Leere hin.

 

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3.1 Funktionen des Herzens :

Das Herz ist für den Transport des Blutes verantwortlich und für das Bewußtsein des Menschen. Das Herz ist die "Residenz des Geistes Shen". Shen steht für die Psyche des Menschen, für alle seelischen und emotionalen Aspekte.

a) Das Herz beherbergt den Geist Shen

Shen ist die einzige Enegie, die nur dem Menschen eigen ist und besteht aus vorgeburtlichen und nachgeburtlichen Anteilen. Vorgeburtliche Anteile sind die Shen-Anteile der Eltern. Die nachgeburtlichen Anteile setzen sich zusammen aus Jing und Qi. Sind beide Anteile stark, so fühlt sich der Geist wohl. Shen ist behaust im Xue. Es braucht Substanz, um sich zu manifestieren und ist verantwortlich für den Ausdruck unserer Persönlichkeit, unserer Psyche und für unser Selbstbewußtsein. Es ist in uns die schöpferische Kraft. Die Präsenz von Shen ist in der Art des Auftretens zu erkennen und zeigt einen Glanz in den Augen.

Der Zustand des Herzens beeinflußt den geistigen und emotionalen Zustand, insbesondere die 5 folgenden Funktionen:

Gefühle

Bewußtsein

Erinnerung

Denken

Schlafen

Ist das Herz kräftig und Xue in Fülle, so bleibt Shen im Gleichgewicht. Bei Störungen (Herz- und Blut-Schwäche) kann es zu Vergeßlichkeit, glanzlosen Augen, Depressionen, Schlafstörungen, unklarem Denken und Isolationsgefühlen kommen. In der Umkehrung können natürlich langanhaltende, emotionale Probleme das Blut schwächen. Das Gesicht ist blaß und der Puls schwach und unregelmäßig (Ruo).

Das Blut nährt das Herz, das Herz speichert Shen, und Shen gibt dem Herzen wiederum die Möglichkeit, das Blut zu kontrollieren. Es ist also eine ständige Wechselbeziehung. Xue ist die irdische Wurzel des Shen. Ist jedoch eine erhöhte Präsenz von Shen nach außen hin vorhanden, so kommt es zu vermehrter "Geschwätzigkeit", starken emotionalen Schwankungen, Manien und Depressionen.

Ein zusätzlicher wichtiger Aspekt von Shen ist, daß er sich weiter aufspaltet in Wu Shen = 5 Shen:

 

 

 

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In jedem Yin-Organ "wohnt" sozusagen ein Shen:

- Zentrum des Shen ist das Herz-Shen.

- In der Leber "wohnt" die Wanderseele Hun: entspricht unserer Vorstellung von "Seele" des Menschen, die nach dem Tod den Körper verläßt.

- Zur Lunge gehört die Körperseele Po: Sie trennt sich nach dem Tod nicht vom Körper, sondern bleibt darin. Sie stellt sich dar im körperlichen Bereich. Durch sie können wir hören, tasten und sehen.

- Das Milz-Shen ist das Yi-Shen: verantwortlich für das Denken, die Entwicklung bestimmter Absichten, das Verdauen von Erfahrungen.

- Nieren-Shen = Zhi Shen: stellt die Willenskraft dar.

b) Das Herz beherrscht das Blut

- Im Herzen findet die Umwandlung von "weißem"zum roten Blut statt.

- Das Herz ist mitverantwortlich für die Blutzirkulation im Körper (sowie Leber, Milz und Lunge).

Ist das Herz stark, kann genug rotes Blut gebildet und in Umlauf gebracht werden, so daß der Körper ausreichend versorgt ist.

c) Das Herz kontrolliert die Blutgefäße

Es ist damit auch verantwortlich für den Blutdurchfluß durch die Gefäße. Ist das Herz-Qi gesund und kräftig, so sind die Blutgefäße auch gesund und widerstandsfähig.

d) Das Herz zeigt sich in der Zunge

Das Herz-Xue gelangt über den inneren Verlauf der Herz-Leitbahn zur Zunge. So prägt es dort Farbe, Form und Beweglichkeit. Besonders die Zungenspitze ist dem Herzen zugeordnet. Ist das Herz-Xue leer oder schwach, so gelangt nur noch wenig Blut zur Zunge, und sie wird blaß. Liegt jedoch eine Herz-Yin-Leere zugrunde oder steigt Herz-Feuer nach oben, so wird die Zunge rot, bei Stagnation violett.

e) Der Glanz des Herzens manifestiert sich im Gesicht

Ist das Herz gesund, entsteht genug Blut. Das Gesicht bekommt eine rosige Farbe. Bei Blutschwäche ist es eher blaß.

f) Das Herz kontrolliert den Schweiß

Schweiß wird gebildet aus den Körperflüssigkeiten und den Säften (Jin Ye). Wenn das Yang-Qi das Jin Ye verdampft, kommt es zur Absonderung von Schweiß.

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3.2 Abbildung Leitbahnverlauf des Herzens

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Manus Shao Yin

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3.3 Syndrome des Herzens

a) Herz-Qi-Mangel

Herz-Qi-Mangel kann auftreten im höheren Lebensalter, wenn das Qi schwächer wird oder nach langen auszehrenden Erkrankungen, starken Blutungen, schweren Schweißausbrüchen, die Qi und Blut schwächen. Lang anhaltende Traurigkeit hat ebenfalls Auswirkungen auf das Qi. Es kommt zu Herzklopfen, bedingt durch ver-schlechterten Transport des Blutes und Qi durch den Körper und gelegentlich auch zu Herzstolpern, das meistens tagsüber auftritt. Zeichen für Qi-Mangel sind auch tagsüber auftretende Schweißausbrüche, Kurzatmigkeit, Lustlosigkeit, Müdigkeit und Blässe ("Der Glanz des Herzens zeigt sich im Gesicht.") Es tritt eine Verschlechterung der Symptomatik bei Anstrengung auf.

Die Zunge ist blaß mit einer eventuell geschwollenen Spitze und einem langen Mittel-riß, der in schweren Fällen bis zur Spitze reicht. Der Puls ist leer (Xu), besonders an der linken Feuerpulstaststelle.

Therapeutisch ist es wichtig, das Herz-Qi zu stärken.

b) Herz-Xue-Mangel

Ursachen hierfür können sein: ernährungsbedingte Milz-Qi-Schwäche (Grundlage für die Blutbildung fehlt), körperliche Überanstrengung, schwere Blutungen und lange bestehende chronische Ängste, die den Geist Shen stören. Es kommt zu Herzklopfen, das nachts und in Ruhe auftritt, Schlaflosigkeit, Einschlafstörungen, Träume, Gedächt-nisschwäche, Schreckhaftigkeit, stumpfe Blässe und Schwindel, da nicht ausreichend Blut zum Gehirn aufsteigt.

Durch den Blutmangel ist die Zunge blaß, da sie nicht genügend mit Blut versorgt werden kann. Sie ist trocken und hat evtl. einen langen Mittelriß. Der Puls ist dünn (Xi) oder rauh (Se).

Das Herz-Xue sollte gestärkt und Shen beruhigt werden.

c) Herz-Yin-Mangel

Durch unseren Lebensstil, d.h. hektische Unruhe, die unser ganzes Leben bestimmt, wird vermehrt Yin verbraucht. Lang andauernde Xue-Leere und auch starke seelische Belastungen schwächen das Yin. Eine weitere Ursache kann äußere Hitze sein, die bei Aufenthalt in südlichen Ländern in den Körper eindringt und Körperflüssigkeiten und das Herz-Yin schädigt. Nieren-Yin-Mangel als Ursache ist ebenfalls möglich.

 

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Durch die geschwächte Wandlungsphase Wasser kann das Yin der Niere nicht zum Herzen aufsteigen und es kühlen. So entsteht eine Leere-Hitze im Herzen. Da im Alter ein Yin-Mangel entsteht, kommt es auch zum Herz-Yin-Mangel.

Es gibt einige gemeinsame Symptome mit dem Herz-Xue-Mangel, da Blut im Yin enthalten ist und deshalb beide Syndrome zusammen auftreten können: Herzklopfen, schlechtes Gedächtnis, leichte Erschreckbarkeit, Unruhe und durch Träume gestörter Schlaf. Bei diesem Syndrom hat der Patient jedoch Ein- und Durchschlafstörungen und durch die Leere-Hitze bedingt: Nachtschweiß, Hitzegefühl an den Handflächen und Fußsohlen, gerötete Wangen, niedriges Fieber und einen trockenen Mund.

Die Zunge ist rot, belaglos und mit einem tiefen Mittelriß bis zur Spitze. Der Puls ist oberflächlich (Fu), leer (Xu), schnell (Shuo).

Das Herz-Yin sollte gestärkt, evtl. das Nieren-Yin genährt und der Geist beruhigt werden.

d) Herz-Yang-Mangel

Der Herz-Yang-Mangel ist die verstärkte Form des Herz-Qi-Mangels. Dieses Syndrom hat auch die gleichen Ursachen: höheres Lebensalter, lang andauernde Krankheit, Blutungen, starke Schweißausbrüche, Trauer. Gemeinsame Symptome sind: Herz-klopfen, Kurzatmigkeit, Müdigkeit. Das Gesicht ist von leuchtender Blässe. Es kommt zu Frösteln am ganzen Körper und zu kalten Extremitäten, bedingt durch gestörten Transport des Wei-Qis, und zu Druck- und Beklemmungsgefühl im Thorax durch einen Qi-Stau.

Die Zunge ist blaß und naß. Der Puls ist tief (Chen), schwach (Ruo), evtl. langsam (Chi).

Das Herz-Yang sollte erwärmt und gestärkt werden.

e) Herz-Xue-Stagnation

Dieses Syndrom ist oft sekundär bedingt. Es kann aus einem Herz-Qi- oder Herz-Yang-Mangel entstehen, manchmal auch aus einem Herz-Yin-Mangel. Auch sehr lange aufgestaute emotionale Probleme führen zur Stagnation. Es kommt zu einem Blut-Stau, weil Qi und Yang das Blut nicht genügend in den Gefäßen bewegen können. Durch Belastung oder Kälte kann es zu anfallsweisen stechenden oder dumpfen Herz-beschwerden kommen, die in Schulter und Arm ausstrahlen können. Auch Herzklopfen und Beklemmungen im Bereich des Thorax sind möglich.

 

 

 

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In unserer westlichen Schulmedizin wäre dieses Syndrom mit Angina pectoris-Anfällen gleichzusetzen, wobei als Differenzialdiagnose der Herzinfarkt hinzu käme. Weitere Symptome der Xue-Stagnation sind: Lippenzyanose, Nagelzyanose und kalte Hände.

Die Zunge ist violett, und die Unterzungenvenen sind geschwollen. Der Puls ist saitenförmig (Xian) und hängend (Jie).

Blockierungen sollten gelöst, Zirkulation von Qi und Yang verbessert und der Geist besänftigt werden.

f) Loderndes Herz-Feuer

Ursachen hierfür sind wieder lange bestehende emotionale Probleme, die zu einer Qi-Stagnation führen und sich im weiteren Verlauf zu einem emporlodernden Herz-Feuer ausweiten können. Auch Leber-Feuer, das durch lang anhaltenden Zorn und Aggres-sionen entstanden ist, kann auf das Herz übergehen, so daß es zu einem Herz-Feuer kommt. Die Folge: Unruhe und Schlafstörungen durch Beunruhigung des Geistes Shen, weiterhin bitterer Mundgeschmack, Durst, intensive Träume und auch hier Herzklopfen. Schlägt das Feuer auf den Dünndarm und dann auf die Blase (Tai Yang), kommt es zu Hämaturie und dunklem Urin.

Am prägnantesten ist jedoch die Zunge: Sie ist rot, trocken, hat schmerzhafte Ulcera mit rotem, erhabenem Rand und evtl. einem gelben trockenen Belag. Der Puls ist schnell (Shuo) und überflutend (Hong).

Das Herz-Feuer sollte gekühlt und Shen beruhigt werden.

g) Kalter Schleim umnebelt das Herz

Ursache hierfür kann die Konstitution sein oder aber lange bestehende emotionale Probleme in Verbindung mit der übermäßigen Aufnahme von fettem, kaltem und rohem Essen. So kann Schleimbildung entstehen, die dann das Herz blockiert und Shen umnebelt. Es kommt zu Rasseln in der Kehle, geistiger Verwirrtheit, Lethargie, Bewußt-losigkeit und Aphasie durch Schleim.

Die Zunge ist geschwollen und hat einen weißen, klebrig-schlüpfrigen Belag. Der Puls ist schlüpfrig (Hua), evtl. tiefliegend (Chen) und gespannt (Xian).

Der Schleim sollte verflüssigt werden, damit die Herzöffnungen frei werden (bei Bewußtlosigkeit: H 9, DM 26).

 

 

 

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h) Schleimfeuer erregt das Herz

Ursachen sind wieder lang anhaltende emotionale Probleme, Depressionen, die das Qi stagnieren lassen. Nässe wird zu Schleim umgewandelt. Schleim und Feuer in Verbindung erzeugen die psychischen Symptome. Weitere Ursachen sind erhöhter Konsum von fettiger, heißer Nahrung und Alkohol, äußere Hitze und auch ein Milz-Qi-Mangel.

Es kommt zu starker Unruhe, Depressionen, Schreckhaftigkeit, Verwirrtheit, bitterem Mundgeschmack, Stumpfsinn, Lachen und Weinen zugleich, murmelnde Selbst-gespräche, Schreien und Schlafstörungen bis hin zur Aphasie und evtl. komatösen Zuständen.

Die Zunge ist rot mit klebrig, gelbem Belag. Der Puls ist schnell (Shuo) und schlüpfrig (Hua), kräftig, evtl. saitenförmig (Xian).

Das Herz-Feuer sollte gekühlt, Schleim verflüssigt und Shen beruhigt werden.

 

Teil IV: Vergleich Herz = Xin und Milz = Pi in ihrer Rolle als Zentrum im Mikrokosmos Mensch

"Der Kaiser als Sohn des Himmels (der Wandlungsphase Feuer, dem absoluten Yang entsprechend) hatte nach dem Buch der Riten (Li Chi) die Aufgabe, am Anfang seiner Regierungszeit durch seine Person die Einheit zwischen Himmel und Erde herzustellen. Dies geschah, indem er zu den entsprechenden Jahreszeiten die jeweiligen Regionen seines Reiches bereiste: Im Frühjahr besuchte er die östlichen Regionen, im Sommer den Süden, im Herbst die westlichen Landesteile und im Winter den Norden. Das Zurückkehren in die Mitte (Ming Tang) signalisierte die Vollendung dieses Vereinigungsprozesses, jetzt konnte er in Übereinstimmung zwischen Himmel und Erde sein Amt als Huang Di (Gelber Kaiser) ausüben."

Mit dieser Beschreibung eines alten Ritus zeigt Marcel Granet in seinem Buch "Das chinesische Denken" auf, welche große Bedeutung die Harmonie zwischen Makro- und Mikrokosmos in der chinesischen Denkweise hat. Unser gesamtes Leben ähnelt in seinem Ablauf den Jahreszeiten. Stellt man diese "Reise" in einem nicht endenden und doch in seinen Positionen immer wiederkehrenden Kreis dar, so verdeutlicht er die zeitlichen Aspekte unseres Daseins.

Die Reise ist ein symbolischer Akt. Durch die Rückkehr zur Mitte erhält die Erde die Kraft, das Ganze zusammenzuhalten (Kapitel 1.1, Abbildung).

Der Mittelpunkt nimmt im Verlauf des Lebens alles auf an Bewegung und Veränderungen.

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Um so wichtiger ist es, in der heutigen hektischen Welt, in der alle Prozesse mit großer Geschwindigkeit ablaufen, einen Gegenpol zu haben. Man muß innehalten, man muß "zur Mitte kommen". Der Weg dahin ist weit. Zum Reifeprozeß trägt jeder Gedanke bei, jedes Gefühl, jedes Handeln. Ganz individuell messen wir jeder Wahrnehmung ihren eigenen Stellenwert zu. Jede Erfahrung wird lebenslang gespeichert, und aus jeder Erfahrung lernen wir schon vom Tag der Geburt an.

Der Mensch wird im Holzelement geboren, wo er am Anfang seines Lebens Neugierde, Offenheit und Kreativität erlernt.

Die Zeit der Jugend ist dem Feuerelement zugeordnet. Der Mensch entwickelt sich und reift heran. Er erwirbt Intelligenz und Wissen, Intuition und geistige Klarheit.

Die Erde bestimmt das mittlere Lebensalter. Der Mensch hat aus seinen praktischen Erfahrungen gelernt und Vernunft angenommen. In diesem Lebensabschnitt gelangt er zu einer inneren und äußeren Stabilität. Die Persönlichkeitsstruktur ist voll ausgebildet.

Die Wandlungsphase Metall steht im Leben für die erlangte Lebenserfahrung und die Weisheit des Menschen. Schließlich befindet sich der Mensch im Alter bis zu seinem Tod im Wasserelement, in dem die Furchtlosigkeit vorherrschend ist.

Der Mensch durchläuft bis zu seinem natürlichen Tod im Alter alle fünf Wand-lungsphasen, wobei nach dem Verständnis der chinesischen Medizin im Mikrokosmos Mensch Herz und Milz für die Ausbildung der Persönlichkeit eine zentrale Rolle spielen.

Natürlich kann es in den einzelnen Lebensphasen zu gravierenden Störungen kommen, so daß die eigentlichen Grundlagen für die jeweils nachfolgenden Phasen nicht gelegt worden sind.

Der Mikrokosmos Mensch ist für Störungen sehr anfällig, so kann z. B. eine gestörte Wandlungsphase Feuer Entwicklung und Heranreifen des jugendlichen Menschen empfindlich stören. Das kann dazu führen, daß der Mensch unfähig ist, ein geistiges Leben zu entfalten. Es treten Kontaktängste zu anderen Menschen auf, mangelndes Verständnis und Desinteresse. Hat er diese Konflikte bis zum Ende der Wandlungsphase Feuer nicht in den Griff bekommen, nimmt er die Störungen mit in die nächste Wandlungsphase Erde.

Ist der Mensch nicht "geerdet", so hat er Probleme, seine Ideen in die Realität umzu-setzen. Er kann sich für sein Leben keine Existenz schaffen und hat Beziehungs-probleme, d. h. er kann keine Beziehung über einen längeren Zeitraum aufrecht-erhalten. "Nicht-geerdet-zu-sein", heißt auch, daß der Mensch nirgendwo ein Zuhause hat. Er ist auch nicht fähig, es sich zu schaffen.

 

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Oft wird von jemandem gesagt, "er steht mit beiden Beinen fest im Leben", was bedeu-tet, daß der Mensch sein Leben geordnet hat. Er hat Intelligenz und Wissen bewiesen, hat seine Existenz gegründet, hat Gefahren erkannt und sie gemeistert. Ihn kann so schnell nichts "umhauen".

Vergleicht man den Mikrokosmos Mensch mit einem Staatsapparat, so übernimmt in dieser Hierarchie das Herz die Funktion des Kaisers. Dieser steht an oberster Stelle, ist das Zentrum des Wirkvermögens. Das Herz ist der Kaiser aller anderen Organe. Gute und schlechte Einflüsse in Organen wie in der Milz, Lunge, Leber etc. werden vom Herzen wahrgenommen. Da dem Herzen die Zunge zugeordnet ist und es eine direkte Verbindung über einen inneren Zweig der Leitbahn mit der Zunge hat, kann das Herz Störungen über die Zunge sichtbar machen.

Im Wandlungsphasenbuch der Erde von Udo Lorenzen/Andreas Noll sind Milz und Magen im Kapitel 5.1. wie folgt im Staatsapparat beschrieben: "Milz und Magen sind die Beamten der öffentlichen Kornkammern und Speicher. Die fünf Geschmacks-richtungen stammen von ihnen." Im Mikrokosmos Mensch stehen Magen und Milz in der Mitte und arbeiten als Staatsdiener zusammen.

Hier kommen wir zurück auf die Funktion von Milz und Magen bei der Nahrungs-umwandlung und Qi-Bildung.

Milz und Magen könnte man als Ursprung der Qi-Bildung bezeichnen. Die Milz gilt als die "Wurzel der erworbenen Konstitution" durch das bereitgestellte Energiepotential aus der Nahrung. Nach der Nahrungsaufnahme werden feste und flüssige Bestandteile verdaut und im Magen zu flüssiger feiner Materie umgewandelt.

Die Aufgabe der Verteilung steht der Milz zu. Die feinsten Essenzen werden nach oben transportiert, die 5 Geschmäcker zu den Zang-Organen und die trüben Anteile nach unten, wo sie ausgeschieden werden.

Treten hier Störungen auf, so wirkt sich das auf den ganzen Organismus des Menschen aus. Die Ernährung aller anderen Organe ist nicht mehr ausreichend gewährleistet, was auch gravierende Auswirkungen auf das Herz hat. Es kann zu einer Herz-Qi- oder Herz-Blut-Schwäche kommen mit großen Auswirkungen auf den Geist Shen.

Das Herz ist die Residenz des Geistes Shen. Hat der Mensch ein gesundes Shen, so zeigt es sich im Ausdruck seiner Persönlichkeit, seinen Umgang mit anderen Menschen und seinem Selbstbewußtsein (Kapitel 1.1). Natürlich spiegelt sich Shen auch auf der Zunge wieder. Man erkennt, ob die Zunge Shen hat oder nicht.

Die chinesische Medizin kennt fünf Shen. Das Zentrum für Shen im Mikrokosmos Mensch ist das Herz. Eine äußerst wichtige Rolle spielt aber auch das Milz Shen, Yi-Shen genannt (Kapitel 3.1).

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Während das Herz Shen die Persönlichkeit des Menschen ausmacht, ist das Yi-Shen verantwortlich im Mikrokosmos Mensch für den Denkvorgang und für das Verarbeiten von Erfahrungen.

Dem Herzen zugehörig ist das Perikard = Xin Bao. Das Herz ist in den Herzbeutel = Perikard eingebettet. Es dient dem Herzen und Shen als Schutz. Im Staatsapparat übernimmt das Perikard die Funktion des Gesandten des Kaisers. Er bringt die Botschaft des Kaisers zum Volk, was natürlich für ihn zur Folge hat, daß der Gesandte sich dann auch direkt mit dem Volk auseinandersetzen muß. Somit kann man sagen, daß das Perikard den Kontakt zur Außenwelt herstellt.

Handelt es sich bei einer Erkrankung um eine Störung von außen, so wird zuerst das Perikard angegriffen. Solange der Schutz des Perikards dem standhält, wird das Herz und der Geist Shen nicht angegriffen. Geht der Schutz verloren, so trifft die Erkrankung auf das Herz.

Es treten Störungen des Geistes Shen auf (Kapitel 3.3), und die Umwandlung von weißem zu rotem Blut kann empfindlich beeinträchtigt werden.

Wichtige Funktionen bei der Blutbildung hat allerdings nicht nur das Herz, sondern in hohem Maße auch die Milz.

Die Grundlage für die Blutbildung sind die flüssigen Anteile der Nahrung, die sich mit dem Jing (Essenzen) der Niere vermischen zum sog. "weißen Blut". Das weiße Blut wird mit Yuan-Qi nach oben gebracht zur Milz. Die Milz transportiert es weiter zur Lunge, zum Herzen, wo es schließlich die rote Farbe annimmt und zum "Xue" (= rotes Blut) wird.

Die Milz hält das Blut dann in den Gefäßen, während das Herz die Blutgefäße kontrolliert.

Die Milz zieht für die Blutproduktion die flüssigen Anteile aus der Nahrung und ist auch für die Nahrungsenergie, der Quelle der Blutproduktion, verantwortlich, während das Herz für die Umwandlung von weißem in rotes Blut verantwortlich ist.

Herz und Milz arbeiten zusammen. Es entsteht eine große Abhängigkeit voneinander. Ist eines geschwächt oder fällt ganz aus, so geht das auf Kosten des anderen.

Schaut man sich die Leitbahnverläufe der Funktionskreise an, so erkennt man, daß Herz und Milz durch die Kopplung der Leitbahnen direkt voneinander abhängig sind.

 

 

 

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Die Herzleitbahn bekommt ihre Energie von der im Energiekreislauf vorangehenden, also der Milzleitbahn. Im weiteren Verlauf gibt die Herzleitbahn ihre Energie dem nächstfolgenden, dem Funktionskreis Dünndarm, mit dem sie gekoppelt ist.

Die Milzleitbahn bekommt ihre Energie aus der Magenleitbahn. Ist der Energiefluß in der Milzleitbahn gestört, so kommt es auch zu einem Defizit in der Herzleitbahn. Beide Leitbahnen Herz und Milz haben innere Äste, die nach oben ziehen und Kontakt mit der Zunge haben.

Wie abhängig Herz und Milz im Zentrum des Menschen innerhalb ihrer Wand-lungsphase voneinander sind, zeigt sich nicht nur in der Kopplung der Leitbahnen, sondern auch in Sheng- (Ernährungs-) und Ke- (Kontroll-)Zyklus.

Im Sheng-Zyklus der Wandlungsphasen ernährt die Wandlungsphase Feuer die darauffolgende Wandlungsphase Erde. Also ist das Feuer die Mutter der Erde und die Erde das Kind des Feuers, d. h. daß das Herz die Milz ernährt.

In dieser "Mutter-Kind-Beziehung" kann es drei Entartungsmöglichkeiten geben: Die Mutter ist zu schwach, das Kind zu ernähren, somit sind beide, Herz und Milz, geschwächt. Oder die Mutter hat zuviel Energien und versorgt das Kind zu gut. Bei der letzten Möglichkeit ist das Kind zu schwach und zieht der Mutter die nötigen Energien ab, d.h. die Milz ist geschwächt und entzieht dem Herzen die Energien. Somit ist natürlich der Kreislauf aller aus dem Gleichgewicht gebracht, und Störungen treten nicht nur in den Funktionskreisen Herz und Milz auf, da sich das Ungleichgewicht weiter fortsetzt.

 

Sheng - Zyklus

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Im Ke-Zyklus wird die Wandlungsphase Erde von der Wandlungsphase Holz kontrolliert und hat die Kontrolle über das Wasser. Das Feuer wird vom Wasser kontrolliert und kontrolliert selbst das Metall.

Ke-Zyklus

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mit beiden Zyklen wird ein gewisses Gleichgewicht aufrecht erhalten, und keine der Wandlungsphasen hat im gesunden Zustand zuviel oder zuwenig Energien. Wird dieses System aus dem Gleichgewicht gebracht durch Entartungen der Zyklen, so kann das Auswirkungen auf alle Wandlungsphasen und die dazugehörigen Funktionskreise haben.

Anhand der Syndrome (Kapitel 2.3 und 3.3) kann man sehen, daß das Herz eher durch langanhaltende emotionale Negativ-Prozesse geschwächt wird, während die Milz empfindlichst auf Ernährungsfehler reagiert und auch auf Fehler in der Essenskultur.

Wie unterschiedlich das Denken in der chinesischen Medizin über Herz und Milz in ihrer Rolle als Zentrum im Mikrokosmos Mensch im Gegensatz zur modernen Schulmedizin ist, zeigt die besonders unterschiedliche Wertung von Herz und Milz.

Die chinesische Medizin kennt das Denken in einer Werteskala nicht. Sie kann sich nicht vorstellen, daß ein Organ mit seinem Funktionskreis minder wichtig ist als ein anderes, evtl. sogar entfernt und ersetzt werden kann und der Mikrokosmos Mensch trotzdem unbeschadet weiterlebt. Sobald ein Funktionskreis dem System entrissen wird, ist das Gleichgewicht gestört, und der Körper steht vor einem energetischen Chaos.

Bei den ersten Herztransplantationen in Kapstadt wurde in den Medien mit großem Ernst diskutiert, ob sich das Wesen eines Menschen, seine Seele, durch ein anderes Herz verändern könne. Die Angst der Menschen vor einer Herztransplantation war wie das Ahnen um längst verschüttetes Wissen.

 

 

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Man muß tatsächlich darüber nachdenken, was passiert mit dem Geist Shen, der nach dem Verständnis der chinesischen Medizin seiner Residenz beraubt ist und durch den Körper irrt. Ist er in der Lage, ein neues Herz anzuerkennen? Kann man hierauf die psychischen Veränderungen nach Herztransplantationen zurückführen? Von den Chirurgen wurde die Diskussion abgeschmettert mit der Begründung: "Es ist nur ein Organ, sonst nichts."

In diesem Zusammenhang stellt sich auch die Frage, was wird aus dem Mikrokosmos Mensch, wenn man ihm die energieliefernde Grundlage Milz entreißt.

Als im Münsterland vor einigen Jahren einem sechsjährigen Jungen nach einem unglücklichen Sturz die Milz entfernt werden mußte, wurden die Eltern mit dem Satz getröstet: "Die Milz ist sowieso im Grunde überflüssig."

Die Erfahrungen aus rund 2.500 Jahren chinesischer Medizin lassen uns erkennen, daß jeder, auch der kleinste Eingriff in den Mikrokosmos Mensch, gravierende Schäden nach sich ziehen kann, weil er den Menschen in seiner Ganzheit aus dem Gleichgewicht bringt.

 

 

 

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Himmel und Erde sind unbarmherzig;

Sie sehen alle Dinge als Opferstrohhunde.

Die Weisen sind unbarmherzig;

Sie sehen die Menschen als Opferstrohhunde.

Ist es zwischen Himmel und Erde nicht wie ein Blasebalg?

Leer und doch fällt er nicht zusammen,

Je mehr er sich bewegt, desto mehr bringt er hervor.

Mehr Worte sagen weniger.

Halte an der Mitte fest.

Lao Tse

 

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Teil V: Herz- und Milz-stärkende Maßnahmen

5. Wichtige Akupunkturpunkte zur Stärkung der Milz und damit der Mitte:

Mi 3 Tai bai: -Yuan-Punkt der Milz, - tonisiert das Milz-Qi

-Bach-Punkt

-Erde-Punkt

Mi 6 San yin jiao: -Jiaohui-Kreuzungspunkt - stärkt Milz-Qi der 3 Yin-Leitbahnen - beseitigt Nässe

des Beines

RM 12 Zhong wan: -Mu-Punkt des Magens - stärkt Milz-Qi -Hui-Punkt der Yang-Organe - löst Feuchtigkeit auf

-Mu-Punkt des mittleren Erwärmers

M 36 Zu san li: -He-Meer-Punkt - stärkt Milz-Qi

-Erde-Punkt

-Punkt des Meeres der Nahrung

Bl 20 Pi shu: -Zustimmungspunkt der Milz - stärkt Milz-Qi

+

Bl 21 Wei shu: -Zustimmungspunkt des Magens- stärkt Milz-Qi

 

5.1 Diät

Vermeiden: -einseitige Ernährungssysteme

-Schlankheitsdiäten

-Hungern zwecks Abnehmen

-Rohkost

-Obst, besonders Südfrüchte wie Bananen, Orangen, Kiwis

-Fruchtsäfte

-Algen

-Milchprodukte, besonders Frischmilch und Joghurt

-rohes Getreide, z. B. in Form von Frischkornbrei

-Fabrikzucker und alle Produkte, in denen er enthalten ist

-Auszugsmehl

-energielose, industriell verarbeitete Nahrung wie Konserven und Fertigprodukte

-Mikrowellenkost

-Schweinefleisch und Wurst

-tiefgefrorene Nahrung

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-Fast Food

-eisgekühlte Getränke

-unregelmäßiges Essen, hastiges Essen, ernste Gespräche beim Essen

Trinken während des Essens, zu heißes Essen

-übermäßiges Kaffeetrinken

 

Qi-aufbauende Nahrungsmittel:

-Trockenobst

-Nüsse als Ersatz

-Müsliriegel für Süßigkeiten

-Honiggesüßtes aus dem Reformhaus

-Butter statt Margarine

-gekochtes Vollwertgetreide

-Hirse und Mais in Form von Maisgries (Polenta)

-geröstete Haferflocken

-gedünstetes Obst in Fruchtsaft

-Rosinen

-Zimt

-Hafer

-Roggen

-Süßreis (Moshireis)

-gekochtes Rindfleisch

-Rindfleischbrühen, -suppen

-Karotten

-Kürbis

-Fenchel

-Maishaartee

 

 

(Quelle: Barbara Temelie "Ernährung nach den 5 Elementen")

 

 

 

 

 

 

 

 

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5.2. Wichtige Akupunkturpunkte zur Stärkung des Herzens, Kühlen des Feuers und

Beruhigen des Shen:

H 5 Tong li: -Luo-Punkt - tonisiert das Herz-Qi

- beruhigt Shen

H 7 Shen men: -Yuan-Punkt - stärkt Herz-Blut

-Bach-Punkt - beseitigt Hitze

-Sed.-Punkt - beruhigt Shen

H 8 Shao fu: -Quell-Punkt Feuer-Punkt

+ - beseitigen Herz-Feuer

H 9 Shao chong: -Brunnenpunkt - stellen Bewußtsein wieder her

-Holz-Punkt

-Ton.-Punkt

Pc 6 Nei guan: -Luo-Punkt - stärkt Herz-Qi und Blut, besonders bei

-Schlüsselpunkt Traurigkeit als Ursache

vom Yin Wei Mai - beruhigt Shen

Pc 5 Jian shi: -Fluß-Punkt - löst Schleim des Herzens -Metall-Punkt - reguliert Herz-Qi

- beseitigt Hitze

Bl 15 Xin shu: -Shu-Punkt des - stärkt Herz-Qi

Herzens - beseitigt Herz- Schleim

M 40 Feng long: -Luo-Punkt - löst Schleim und Nässe - beruhigt Shen

- beseitigt Hitze

RM 17 Shan zhong: -Mu-Punkt des - tonisiert Qi im oberen Erwärmer

Perikards und

des oberen Erwärmers

-Hui-Punkt des Qi

-Punkt des Meeres des Qi

RM 6 Qi hai: - tonisiert Qi und Yang im ganzen Körper

DM 14 Da zhui: -Kreuzungspunkt - stärkt Herz-Yang mit Moxa

von DM, Bl, Gbl, - klärt den Geist

Magen

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M 36 Zu san li: -Meer-Punkt - stärkt Herz-Yang

. -Erde-Punkt

-Punkt des Meeres der Nahrung

Pc 6 s. S. 25 - stärkt Herz-Yang

DM 20 Bai hui: -Kreuzungspunkt von allen - klärt den Geist

Yang-Leitbahnen - tonisiert das Yang -Punkt des Meeres des Marks

DM 14

+ s. S. 25 - stärken Herz-Yang

Bl 15 (Moxa)

RM 14 Ju que: -Mu-Punkt des Herzens

- stärkenHerz-Blut - beruhigen Shen

RM 15 Jiu wei: -Luo-Punkt

-Yuan-Punkt der 5 Yin-Organe

Bl 17 Ge shu: -Hui-Punkt des Blutes - stärkt Blut und Qi

- beseitigt Hitze

- beruhigt Shen

RM 4 Guan yuan: -Mu-Punkt - stärkt das Yin und beruhigt des Dünndarms Shen bei Leere-Hitze

5.3 Diät

-Radicchio, Endivien, Chicoree

-Schwarztee

-grüner Tee

-Weizen

-Dinkel

-süß-kalte und süß-erfrischende Gemüse, Obstsorten und Fruchtsäfte

-süß-kalt: Gurke, Banane, Kaki, Mango, Wassermelone

-süß-erfrischend: Aubergine, Blumenkohl, Broccoli, Champions, Paprika, Spargel, Spinat, Zucchini, süße Äpfel,

Birne, Honigmelone, Apfelsaft

-bitter-warme Nahrungsmittel: Buchweizen, Schafskäse, Ziegenkäse, -milch,

-Kakao, Oregano, Rosmarin, Thymian, Rotwein

Literaturangaben:

Giovanni Maciona: Die Grundlagen der chinesischen Medizin, Verlag für trad. chin. Medizin, Kötzting

 

Lehrbuch der chinesischen Medizin für westliche Ärzte, Claus C. Schnorrenberger, Hippokrates Verlag

 

Die Wandlungsphasen der trad. chin. Medizin, Band 3, Wandlungsphase Erde, Udo Lorenzen, Andreas Noll, Müller & Steinicke-Verlag, München

 

DTV-Atlas zur Akupunktur

 

Schule der Akupunktur, Dr. André Lebarbier, ML-Verlag, Uelzen

 

Ernährung nach den fünf Elementen, Barbara Temelin, Joy-Verlag

 

Das große Buch der chinesischen Medizin, Ted J. Kaptchuk, O.W. Barth-Verlag

 

Beiträge zu den Tagungen XIII - XVI der Arbeitsgemeinschaft für klassische Akupunktur und TCM e.V., Müller & Steinicke-Verlag, München, Beitrag von Johanna Ockelmann.

 

Traditionelle Akupunktur: Das Gesetz der fünf Elemente, Dianne M. Connelly, Verlag Bruno Endrich

 

Die chinesische Medizin, Prof. Dr. Manfred Porkert, Econ-Taschenbuch-Verlag

 

VHK 4/95 Bericht: Die Wandlungsphase Erde, Andreas Noll

 

Das chinesische Denken, Marcel Granet, Verlag Suhrkamp